Kategorie-Archiv: Aktuelles

Qualitätseinbußen durch Lager und Auswuchs – Max-Rubner-Institut zur Brotgetreideernte 2023

Wie das Max-Rubner-Institut in Detmold mitteilt, wurden im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung 2023“ rund 1300 Weizenproben und 560 Roggenproben zur Untersuchung eingereicht. Bislang konnten knapp 73 Prozent der Weizen- und 47 % der Roggenproben auf verschiedene Qualitätsparameter und auf die Belastung mit Mykotoxinen hin analysiert werden. Die Ernte 2023 zeichnet ein differenziertes Qualitätsbild.

Die Bedingungen für die Aussaat des Wintergetreides waren überwiegend günstig und die Bestände durchliefen eine gute Herbst- und Winterentwicklung. Ein kühler und regnerischer Start in den Frühling sorgte in den meisten Regionen für gut gefüllte Bodenwasservorräte. Im Mai und Juni sorgten dann vielerorts Trockenheit und Hitze für Stress und schlechtere Vegetationsbedingungen. Die Winterweizen- und Winterroggenernte startete im Juli. In der letzten Juliwoche setzte jedoch fast bundesweit ein sehr regnerisches kühles Wetter ein, welches die Ernte abrupt unterbrach. Die andauernden Niederschläge sorgten vielfach dafür, dass das Getreide ins Lager ging und teilweise auswuchs. Die Ernteunterbrechung hielt bis Mitte August an. Erst dann erlaubte warmes, aber unbeständiges Wetter eine Wiederaufnahme der Ernte. Vielerorts musste diese jedoch aufgrund von Gewitterschauern häufig unterbrochen werden.

Die diesjährige Winterweichweizenernte weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Rohproteingehalt von 11,9 % auf (Vorjahr: 11,9 %). Durchschnittliche Rohproteingehalte von 13 % und mehr wurden nur in Thüringen ermittelt. Auffällig sind in diesem Jahr die mittleren Rohproteingehalte in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, diese liegen mehr als ein Prozent unter dem jeweiligen langjährigen Mittelwert. Der Sedimentationswert, ein indirektes Maß zur Bestimmung der Proteinqualität, liegt mit 36 ml unter dem Niveau des Vorjahreswertes (40 ml). Insgesamt ist die Klebergüte als gut dehnbar und elastisch einzustufen, der reduzierte Feuchtklebergehalt im Schrot (21,4 %; Vorjahr 23,3 %) kann jedoch die fehlende Proteinmenge nicht kompensieren. Zudem gibt es regional große Schwankungen bei den Qualitäten, abhängig vom Rohproteingehalt und vom Zeitpunkt der Ernte. Wie problematisch die Witterungsbedingungen im August waren, kann indirekt aus dem Qualitätsmerkmal Fallzahl abgeleitet werden. Sie liegt im Mittel bei 273 Sekunden (Vorjahr 355 s). Gut 30 % der diesjährigen Weizenernte erbringt nicht die vom Handel geforderte Mindestfallzahl von 220 s und 16 % erreichen noch nicht einmal eine Fallzahl von 120 s. Insbesondere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hat der Regen erhebliche Schäden in den geernteten Weizenbeständen hinterlassen, hier hatten etwa 70 % aller Proben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und 78 % der Proben in Schleswig-Holstein Fallzahlen von unter 220 s. In diesen Bundesländern zeigten vor allem lagernde, teilweise aber auch stehende Bestände deutlichen Auswuchs. Mit 2,84 % hat sich das durchschnittliche Vorkommen von Auswuchs im Bundesgebiet deutlich erhöht (Vorjahr 0,00 %). Auch das Hektolitergewicht zeigt sich in diesem Jahr unterdurchschnittlich (75,7 kg/hl; Vorjahr 78,7 kg/hl). Ebenfalls liegt der Schmachtkornanteil im Mittel mit 0,94 Gewichtsprozent etwas höher als im Jahr 2022.

Auch beim Roggen schlagen sich die Witterungsbedingungen während der Ernte unmittelbar nieder, die zuletzt geernteten Bestände zeigen deutliche Qualitätseinbußen durch Lager und Auswuchs. Insgesamt ist die Qualität der diesjährigen Roggenernte mit einem Brotroggenanteil von 73 % als eher mäßig einzuordnen. Die mittleren Fallzahlen liegen im Durchschnitt bei 211s (Vorjahr 301s). Analog dazu weist die Stärkebeschaffenheit geringere Verkleisterungstemperaturen und Amylogrammmaxima (71,0 °C; 1155 AE) auf. Auch das Hektolitergewicht (73,1 kg/hl) hat sich gegenüber dem Vorjahr (76,0 kg/hl) reduziert, der Anteil an Schmachtkorn ist mit 6,9 % gegenüber dem Vorjahr (4,9 %) deutlich angestiegen und wird regional vereinzelt zu Ausbeuteverlusten führen. Übereinstimmend mit dem höheren Schmachtkornanteil und der weniger guten Kornausbildung ist in diesem Jahr der Mineralstoffgehalt im Mittel höher als im Vorjahr (1,77 %; Vorjahr 1,70 %).Demgegenüber ist das Vorkommen von Mutterkornsklerotien (0,01 Gew. %) aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen während der Blüte gegenüber dem Vorjahr (0,14 Gew. %) deutlich erniedrigt. Dennoch zeigen 7,6 % der Proben auch in diesem Jahr wieder einen überhöhten Besatz (> 0,05 Gew. %) mit Mutterkornsklerotien.

Die bundesweit trockenen Bedingungen im Frühsommer und während der Blüte des Getreides haben neben geringem Mutterkornvorkommen auch zu niedrigen Gehalten der Fusarientoxine Deoxynivalenol und Zearalenon geführt. Für diese wurden in den bislang untersuchten Weizen- und Roggenproben keine Grenzwerte überschritten.

Der Zwischenbericht des Max-Rubner-Instituts zur Besonderen Ernte- und Qualitätsuntersuchung (BBE) finden Sie hier.

Unsere Mehlkönigin „backt auf“

Die Landtagskandidatin Andrea Schulte-Kraus lädt zu ihrer Youtube-Serie „Aufgekocht statt abgebrüht“ interessante Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein, um gemeinsam mit diesen zu kochen und zu backen. In der aktuellen Episode steht ihr unsere Bayerische Mehlkönigin, Anna Straubinger, zur Seite. Unter Anleitung unserer Mehlkönigin kreieren die beiden leckere „Cannelés“, aus Frankreich stammende „kleine Gugelhupfe“ mit individueller Füllung und präsentiert sehr authentisch das Müllerhandwerk. Die Sendung sollten Sie sich nicht entgehen lassen und auf Youtube  ansehen.

Im Gespräch repräsentiert Anna Straubinger den Beruf des Müllers in sehr charmanter Art und Weise. Neben allgemeinen Fragen, welche Mehltype für welches Gebäck die richtige ist, damit das Backwerk auch gelingt, verrät unsere Mehlkönigin den Zuseherinnen und Zusehern so manchen müllerischen Trick. Aber auch über das Alltagsgeschäft einer Müllerin und eines Müllers gibt Anna Straubinger Einblick.

Das 24-minütige Video, das auf Youtube zu sehen ist, ist wirklich sehenswert und interessant. Das Video finden Sie hier.

Der Bayerische Müllerbund möchte sich bei unserer Mehlkönigin Anna Straubinger herzlich dafür bedanken, dass sie bei dieser „Kochsendung“ mitgewirkt hat und die Müllerei in ein so schönes Licht gerückt hat.

Bild_Mehlkönigin backt auf

(Screenshot Youtube-Video)

Es gibt zudem ein weiteres Video auf Youtube, das sich mit dem Bäckerhandwerk beschäftigt. Den Film „Die Zukunft der Bäcker“ finden Sie hier.

BLE veröffentlicht wichtigste Daten zur Mühlenstruktur im Getreidewirtschaftsjahr 2022/2023

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat die wichtigsten vorläufigen Daten zur Mühlenstruktur des Wirtschaftsjahres 2022/2023 im Vergleich zu 2021/2022 veröffentlicht. Demnach hat die Zahl der statistisch erfassten Mühlen im Getreidewirtschaftsjahr 2022/2023 im Vergleich zum Vorjahr um 5 Mühlen bundesweit abgenommen und liegt nun bei 176 Mühlen. Insgesamt wurden 8.278.189 Tonnen Brotgetreide (ohne Dinkel) vermahlen – ein Minus von 3,2 Prozent bzw. 270.051 Tonnen.

Im Wirtschaftsjahr 2022/2023 sind 176 Mühlen über der Meldegrenze der Marktordnungswarenmeldeverordnung registriert worden. Im vorausgegangenen Getreidewirtschaftsjahr waren es noch 181 Mühlenbetriebe gewesen, die mehr als 1.000 Tonnen Getreide im Jahr vermahlen haben, so sind es nun fünf Betriebe weniger.

Die Weizenvermahlung ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gefallen und lag im Wirtschaftsjahr 2022/2023 bei 7.647.448 Tonnen, was einem Minus von – 2,85 Prozent zum Vorjahr entspricht oder 224.093 Tonnen. Die Roggenvermahlung ist um 45.958 Tonnen gesunken (- 6,79 Prozent) und lag bei 630.741 Tonnen.

Die hergestellten Mahlerzeugnisse ginge „…aufgrund von verbesserten Ausbeuten weniger stark zurück. Mahlerzeugnisse aus Weichweizen wurden – 0,93 Prozent weniger hergestellt (- 57.820 Tonnen). Roggenmalerzeugnisse verloren – 4,84 Prozent bzw. – 28.359 Tonnen im Getreidewirtschaftsjahr.“

 Die Dinkelvermahlung sank erstmalig deutlich um -6,6 Prozent bzw. -22.058 Tonnen.

Die Hartweizenvermahlung ist 2022/2023 im Vergleich zum Vorjahr um 6,01 Prozent gesunken und lag im Getreidewirtschaftsjahr 2022/2023 bei 434.553 Tonnen.

Die durchschnittliche Vermahlung von Brotgetreide je Betrieb ist im Wirtschaftsjahr 2022/2023 gegenüber dem Vorjahr aufgrund der geringeren Vermahlung um 0,41 Prozent auf 51.417 Tonnen ebenfalls gefallen.

Nachfolgende Tabelle zeigt die vorläufigen Zahlen im Überblick: Tabelle

(Quelle: BLE)

Backen mit Müllern – Praxisseminar zur aktuellen Erntequalität

Die heurige Ernte stellt Müller und Bäcker vor neue Herausforderungen. Um diese leichter meistern zu können, bietet der Bayerische Müllerbund in Zusammenarbeit mit der Akademie des Bayerischen Bäckerhandwerks ein Praxisseminar „Backen mit Müllern – Herausforderungen durch die diesjährige Ernte“ am 26. September 2023 an.

Die Getreideernte dieses Jahres birgt große Herausforderungen an die Verarbeiter. Schwache Fallzahlen und niedrige Proteinwerte sollen hier exemplarisch genannt werden. Um Ihnen die Kommunikation mit Ihren Kunden bei Reklamationen zu erleichtern und um Tipps zu geben, wie man auch mit „schwächeren“ Mehlen sehr gute Backergebnisse erzielen kann, veranstaltet der Bayerische Müllerbund am Dienstag, den 26. September 2023 ab 9.00 Uhr in der Akademie des Bayerischen Bäckerhandwerks, Josef-Schöfer-Str. 1,  82166 Gräfelfing – Ortsteil Lochham ein Praxisseminar, das diese Thematik abdecken soll.

Es stehen vor allem folgende Themenschwerpunkte auf dem Programm:

  • Langzeitführungsvariationen in Bezug auf proteinschwache und enzymstarke Weizenmehle mit
  • Backversuchen und verschiedenen Variationsmöglichkeiten
  • Semmelherstellung: Auf welche Punkte muss bei der Produktion besonders geachtet werden?
  • Roggengebäcke in der Herstellung und der sinnvolle Umgang von der Teigbereitung bis zum Abbacken der Produkte (angepasst an die aktuelle Mehlqualität)
  • Beurteilung der hergestellten Produkte, Wissensaustausch, Diskussionsrunde

Weitere Informationen und Anmeldungen über unsere Geschäftsstelle.

Bayerns Weizenernte mit 3,6 Mio. Tonnen auf Vorjahresniveau – Deutschlandweit wird nur mit 20,8 Mio. Tonnen Weizen gerechnet

Nach Schätzungen des Fachteams des Bayerischen Landesamts für Statistik wird in 2023 eine Getreideernte – ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix – von insgesamt 6,4 Millionen Tonnen prognostiziert. Das zeigen die bisher ausgewerteten Ertragsmessungen aus der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ in Verbindung mit Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter zum Berichtsmonat Juli.

Trotz der kalten und nassen Witterung im Frühjahr und der darauffolgenden Trockenheit ab Mai kann mit einer durchschnittlichen Getreideernte in Bayern gerechnet werden.

Demnach ergibt sich für die Gesamterntemenge in Bayern voraussichtlich ein Zuwachs von 4,1 Prozent gegenüber dem herausfordernden Erntejahr 2022. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 2017 bis 2022 wird eine geringe Ernteeinbuße von 0,3 Prozent bei Getreide in diesem Jahr erwartet.

Der durchschnittliche Hektarertrag der flächenstärksten Getreideart Winterweizen liegt voraussichtlich bei etwa 74,4 Dezitonnen. Das entspricht einem Zuwachs um ca. 3,7 Prozent gegenüber 2022.

Bei der gleichzeitigen Flächenabnahme um 1,8 Prozent auf 489 975 ha errechnet sich beim Winterweizen eine Erntemenge von rund 3,6 Millionen Tonnen, was in etwa dem Vorjahr entspricht. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (rund 3,7 Millionen Tonnen) ergibt sich jedoch ein minimaler Verlust von 1,0 Prozent.

Bei Winterroggen liegt der Ertrag bei 52,5 dt/ha und damit 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt werden den Schätzungen des Bayerischen Landesamts für Statistik nach in diesem 213.900 Tonnen der Getreideart eingefahren und damit deutlich mehr als im Vorjahr.

Für Deutschland wird eine Weizenernte von 20,8 Mio. Tonnen erwartet

Für Gesamtdeutschland geht das Bundeslandwirtschaftsministerium von einer leicht unterdurchschnittlichen Erntemenge bei Getreide (ohne Körnermais) aus. Die Getreideernte insgesamt (ohne Körnermais) wird sich voraussichtlich auf rund 38 Millionen Tonnen belaufen und fällt damit in diesem Jahr um 4,1 Prozent kleiner als im Vorjahr aus. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt ergibt sich eine Abnahme um 2,1 Prozent. Nur in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen (+7,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (+1,8 Prozent), und Sachsen (+1,1 Prozent) wurde der mehrjährige Vergleich übertroffen. Den stärksten Rückgang haben das Saarland (9,9 Prozent), Brandenburg (9,6 Prozent) und Hessen (7,9 Prozent) zu verbuchen. Darauf weist das vorläufige Ergebnis des amtlichen Ernteberichts 2023 hin.

Die wichtigste Getreidekultur ist in Deutschland nach wie vor Winterweizen, mit einem Anteil von 46 Prozent an der gesamten Getreidefläche. Die Anbaufläche verringerte sich gegen über dem Vorjahr leicht um 2,7 Prozent auf 2,81 Millionen Hektar. Im Durchschnitt liegt der Hektarertrag bei 73,9 Dezitonnen und damit 3,4 Prozent unter dem Vorjahr. Die Erntemenge an Winterweizen erreicht voraussichtlich 20,8 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das eine Abnahme um 6,0 Prozent. Das Ergebnis bleibt um 5,2 Prozent hinter dem mehrjährigen Durchschnitt zurück.

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine beeinflusst weiter die deutschen und die globalen Ernährungssysteme: Die Unsicherheiten auf dem Weltmarkt konnten zwar durch internationale Anstrengungen beruhigt werden, so dass sich die Preise für Agrarprodukte wieder „normalisiert“ haben. Allerdings blieben die Kosten für Betriebsmittel wie Diesel, Dünger und Pflanzenschutzmittel über dem Vorkriegsniveau. Das muss einkalkuliert werden, wenn man die aktuellen Erzeugerpreise bewertet. Diese lagen vielfach unter denen des Rekordjahres 2022, waren im längeren Trend aber beispielsweise für Brot oder Futterweizen aber eher durchschnittlich. Die höheren Kosten entlang der Wertschöpfungskette, wie z.B. in der energieintensiven Mühlenwirtschaft, verteuerten Lebensmittel für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Den Erntebericht 2023 finden Sie hier zum Herunterladen.

Gut zu wissen… So schützen Sie sich und Ihr Unternehmen vor Hackerangriffen

Wir alle haben schon mal von ihnen gehört, doch uns davor zu schützen, halten wir oft für zu teuer oder überflüssig. Gerne glaubt man, dass das eigene Unternehmen für Cyberangriffe oder Hackerangriffe zu klein und unbedeutend wäre – weit gefehlt.

Auch wenn es viele von uns nicht glauben können – jeden von uns können Cyberangriffe treffen – auch die Müllerbranche. Die meisten Betriebe denken, sie wären zu klein und uninteressant für Hacker und verschwenden so keinen Gedanken daran, sich mithilfe guter Datenschutzprogramme passend zu schützen. Doch weit gefehlt, wie ein kürzlich ereigneter Vorfall in der Mühlenbranche zeigt. Aber was ist ein Cyberangriff überhaupt und wie hätten sich Betroffene schützen können?

Ein Cyberangriff ist der Versuch Krimineller, Zugriff auf ein Computernetzwerk oder System zu erlangen, vorwiegend mit dem Ziel, Informationen zu ändern, zu stehlen, zu vernichten oder sogar offenzulegen. Damit die Opfer diese wiederbekommen, stellen die Täter meist Forderungen, wie beispielsweise hohe Summen an Lösegeld. Man kann jedoch keine Zielgruppe erkennen, auf die es die Täter abgesehen haben. Es kann Einzelpersonen, Unternehmen, Behörden und viele weitere treffen. Beim Angriff auf Unternehmen oder Organisationen geht es den Hackern jedoch meist um den Zugriff auf vertrauliche und wertvolle Informationen wie geistiges Eigentum, Kundendaten oder auch Zahlungsdetails. Auch für eine Rückgabe dieser Daten verlangen Täter hohe Summen. Denn die Täter sperren die Computersysteme und legen damit das Unternehmen faktisch lahm. Die drei häufigsten Cyberangriffe sind die mit ,,Ransomware“, „Malware“ und  „Malware-as-a-Service“. Bei der „Ransomware“ wird der Zugriff auf Daten und Systeme eigeschränkt oder sogar unterbunden. Solche Ransomware kann z.B. als Bewerbung getarnt als E-Mail zugeschickt werden. Öffnet man die Anlage ist es meist zu spät, sofern eine gute Antivirensoftware Ransomware nicht erkennt. Nicht jeder Fall geht ohne großen Schaden aus! „Malware“ ist eine Software, die unerwünschte und meist schädliche Funktionen auf einem IT-System ausführt z.B. unkontrolliert E-Mails von Ihrem Account verschickt. Bei der „Malware-as-a-Service“ werden von Cyberkriminellen bösartige Soft- und Hardwares erstellt, die andere Hacker im Dark Web verkaufen oder vermieten. Somit ist dies Kriminalität aus zweiter Hand für Dritte, welche dann darunter leiden.

Nun die Frage, die sich viele Betriebe stellen werden: Wie kann ich mich und meinen Betrieb davor schützen? Die größte Schwachstelle liegt hier häufig bei den Passwörtern. Namen, Geburtsdaten oder Adressen sind zu leicht zu knacken. Die Experten empfehlen daher, sich ganze Sätze zu merken, von welchen nur die Anfangsbuchstaben verwendet werden, um sich komplizierte Passwörter zu merken. Außerdem ist es von großem Nutzen, die wichtigsten Daten, welche digital gespeichert sind, auch in Papierform vorliegen zu haben, um im Notfall darauf zugreifen zu können. Auch ist es sinnvoll, Finanzen und IT speziell zu sichern, beispielsweise in Clouds. Dies kann nach einem Übergriff helfen, die in der Cloud gesicherten Daten wiederherzustellen. Außerdem sollte man die Softwares sowie Antivirusprogramme regelmäßig updaten. Zudem gehen einige Mühlenbetriebe dazu über die Steuerung der Mühlensoftware als Insellösung, also ohne permanenten Zugriff auf das Internet, zu installieren, um Bedrohungen von außen erst gar nicht zuzulassen.

Im Fall der Fälle ist es immer gut, die wichtigsten Ansprechpartner parat zu haben.

Deswegen ist es sinnvoll, eine Telefonliste mit den wichtigsten und engsten Kontakten zu haben, wie beispielsweise einen IT-Servicepartner, der ZAC (Zentrale Anlaufstelle Cybercrime oder auch internen Stellen. Zudem kann man sich gegen Cyberangriffe auch versichern.

Wer seinen Betrieb weiter digitalisieren möchte, kann zu dem auch Fördermittel beantragen, wie den Digitalbonus Bayern.

Daher möchten wir zum Schluss an Sie appellieren: Informieren Sie sich frühzeitig über den Status des Datenschutzes ihrer Systeme, schützen Sie sich und beugen Sie so diesen Angriffen vor!

Erneute Social Media Workshops unseres Bundesverbandes

Viele Mühlen sind in den Sozialen Medien unterwegs, um für ihre Produkte zu werben, auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen oder um neue Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Auszubildende zu finden. Dabei ist es wichtig, die verschiedenen Social-Media-Kanäle genau zu kennen und zu wissen, wie die verschiedenen Zielgruppen erfolgreich angesprochen werden können. Nachdem im Mai diesen Jahres bereits zum zweiten Mal ein sehr erfolgreicher Social-Media-Workshop durchgeführt wurde, bietet unser Bundesverband allen Mitgliedern am 26. September 2023 noch einmal einen Basis-Workshop und am 27. September 2023 einen Aufbau-Workshop für Fortgeschrittene an. Sie als Müllerbunds-Mitglied sind zu beiden Workshops wieder herzlich eingeladen, teilzunehmen.

Der Austragungsort für beide Kurse ist in Denkendorf bei Stuttgart.

Nachfolgend die Termine und geplanten Inhalte der Workshops:

BMK Social Media Workshop: Basis-Workshop
Dienstag, 26. September 2023, 10.00-17.00 Uhr
Festhalle Denkendorf, Mühlhaldenstr. 111, 73770 Denkendorf

Themenüberblick:
• Erfolgreiche Social Media Strategien und Zielgruppenansprache
• Kennenlernen der verschiedenen Social Media Kanäle
• Tipps und Tricks für effektive Content-Produktion und -Verwaltung

BMK Social Media Workshop: Aufbau-Workshop
Mittwoch, 27. September 2023, 10.00-17.00 Uhr
Festhalle Denkendorf, Mühlhaldenstr. 111, 73770 Denkendorf

Themenüberblick:
• Werbekampagnen und Werbeanzeigenmanager auf verschiedenen Plattformen
• Nützliche Tipps zur Social Media Erfolgsmessung
• Suchmaschinenoptimierung (SEO) und relevante Tools wie Google Analytics

Beide Workshops werden von Social Media-Experten durchgeführt, mit denen unser Bundesverband in der Bundesmühlenkontor GmbH zusammenarbeiten. Die Workshops werden interaktiv und praxisorientiert sein. Sie werden wertvolle Einblicke und Kenntnisse gewinnen, um die Social Media Präsenz Ihres Unternehmens zu optimieren und Ihre Ziele dort auch zu erreichen. Sie haben die Möglichkeit, uns vorab Ihre Erfahrungen und Fragen zukommen zu lassen, die dann in die Vorbereitung der Workshops aufgenommen werden.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei uns in der Geschäftststelle.

„Zertifizierte Fachkraft für Mühlen- und Getreidewirtschaft“ – Gewerbliche Schule im Hoppenlau bietet Qualifizierung wieder im Frühjahr 2024 an

Die Gewerbliche Schule im Hoppenlau bietet auch für das kommende Jahr 2024 eine Qualifizierung zur „Zertifizierten Fachkraft für Mühlen- und Getreidewirtschaft“ an. Die Anforderungen an die Mühlenbetriebe nehmen stetig zu, dabei geht es insbesondere um die Qualität der Mahlerzeugnisse und Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit. Alle Mitarbeiter, auch ungelernte oder berufsfremd eingesetzte, müssen sich weiterqualifizieren, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Zielgruppe für den neuen Kurs sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mühlenbetrieben, die eine geringe Qualifizierung ohne Berufsabschluss haben oder sonstige Beschäftigte mit Berufsabschluss, die mindestens vier Jahre berufsfremd tätig sind. Der nächste Kurs ist für Mitte Februar bis Mai 2024 geplant. Die Weiterbildungsmaßnahme dauert insgesamt acht Wochen. Ein passgenaues Angebot für die Müllerei – und sicher auch für den Bedarf in Ihrem Unternehmen interessant!

Die Anpassungsqualifizierung hat das Ziel, die MitarbeiterInnen von Mühlenbetrieben in den Bereichen Rohstoffe, Getreidereinigung, Vermahlung und Mühlenlabor zu qualifizieren. Zentrale Lerninhalte sind Getreideannahme, Getreideuntersuchung, Lagerhaltung – Kühlen, Trocknen, Belüften –, Vermahlung und Mehluntersuchung.

Der Kurs ist für die Zeit von Mitte Februar bis Mai 2024 vorgesehen. Die Weiterbildungsmaßnahme dauert acht Wochen im Blockunterricht und umfasst 320 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten.

Die Teilnehmer müssen vorab eine praktische Tätigkeit im Mühlenbetrieb von mindestens 160 Stunden nachweisen. Der Unterricht, insgesamt acht Wochen wird nach dem Bildungsplan für die Fachschule „Meisterschule Müller“ durchgeführt und gliedert sich in theoretische und fachpraktische Inhalte in der Schulmühle und im Mühlenlabor:

Block I:                             04. bis 22. März 2024

Block II:                           08. April bis 08. Mai 2024

Der Kostenbeitrag liegt bei 1.708,80 Euro. Der Kurs findet statt, wenn die Mindestteilnehmerzahl von 16 Personen erreicht ist.

Der Bildungsgang ist gemäß der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert, womit die rechtlichen Voraussetzungen zur Teilnahme durch Einlösen eines Bildungsgutscheines möglich ist. Die Förderbedingungen des Bildungsgutscheines gelten uneingeschränkt. Den Bildungsgutschein erhalten Sie über die Arbeitsagentur. Je nach Betriebsgröße können bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten und 75 Prozent des Arbeitsentgeltes von der Arbeitsagentur übernommen werden. Zusätzlich können Zuschüsse zu Unterbringungs- und Fahrtkosten beantragt werden.

Bei der Beantragung eines Bildungsgutscheins bei der Agentur für Arbeit kommen zweimalzwei Wochen Betriebspraktikum dazu:

Betriebspraktikum I:      19. Februar bis 01. März 2024

Betriebspraktikum II:     25. März bis 06. April 2024

Das Betriebspraktikum kann im Rahmen eines bestehenden Beschäftigungsverhältnisses in der Mühle durchgeführt werden. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin sollte während des Betriebspraktikums alle Bereiche der Mühle kennenlernen, um das theoretisch erworbene Wissen zu vertiefen.

Weitere Informationen zu Zielen, Dauer, Förderungsmöglichkeiten, Grundlagen, Teilnehmerzahl, Voraussetzungen, Bildungsträger und Anmeldung finden Sie im Flyer „Qualifizierung zur Zertifizierten Fachkraft für Mühlen- und Getreidewirtschaft“, den Sie hier im Internet finden.

Bundessortenliste 2023 erschienen

Die vom Bundessortenamt (BSA) jährlich herausgegebene „Beschreibende Sortenliste“ ist pünktlich zur Ernte 2023 erschienen.

Die Beschreibende Sortenliste gibt eine objektive Beschreibung der zugelassenen und im Handel befindlichen Sorten. So werden zum Beispiel die einzelnen Weizen-, Gersten-, Roggen- und Maissorten in ihren Anbau-, Resistenz-, Qualitäts- und Ertragseigenschaften dargestellt und beschrieben.

Bundessortenliste 2023Für Pflanzenarten, die überwiegend im Inland vermehrt werden, wird die Marktbedeutung auf der Grundlage der Saatgutvermehrungsflächen dargestellt. Bereits seit über 50 Jahren wird die Bundessortenliste mit Informationen für Anbau, Beratung, Handel und Verarbeiter herausgegeben.

Die pdf-Version senden wir Ihnen gerne auf Anfrage kostenlos zu oder Sie können die Bundessortenliste auch in unserem Mitgliederbereich hier herunterladen:

Sie ist auch in gebundener Ausführung erhältlich. Gebunden kostet die Bundessortenliste 7 Euro zzgl. MwSt. und Porto und kann in der BMB-Geschäftsstelle unter Tel.: 089-281155, Fax.: 089-281104 oder per E-Mail bestellt werden.

Getreidejahrbuch 2023/24 erschienen

Das Getreidejahrbuch 2023/24 ist neu im Verlag Moritz-Schäfer erschienen und in der Praxis eine nützliche Informationsquelle und interessante Arbeitshilfe. Es sollte deshalb in jedem Mühlenbüro vorzufinden sein. Das Getreidejahrbuch erscheint in diesem Jahr bereits im 66. Jahrgang.

Das Getreidejahrbuch enthält unter anderem Informationen zu Sorten, Qualitäten und Ernte sowie zahlreiche Statistiken. Wichtige Informationen der Getreidewirtschaft sind in diesem Nachschlagewerk in Tabellen übersichtlich zusammengefasst.

So können die Qualitäten und Mengen bei Weizen oder Roggen, biologisch oder konventionell, in kürzester ZeiGetreidejahrbuch 2023_24t gefunden werden. Zudem finden Sie in dem Nachschlagewerk alle wichtigen nationalen Vorschriften.

Das Getreidejahrbuch 2023/24 besticht auch in diesem Jahr wieder durch

  • Klar aufgebaute Tabellen
  • Interessante Grafiken
  • Interessantes statistisches Material

Das Getreidejahrbuch 2023/24 umfasst 98 Seiten und ist wie immer im Taschenformat erschienen. Es ist beim Bayerischen Müllerbund zum Preis von 19,95 Euro (inkl. MwSt.) zuzüglich Versandkosten unter Tel.: 089 – 281155, Fax.: 089 – 281104, E-Mail.