Kategorie-Archiv: Aktuelles

Urkornexperten testen Backqualität und Aroma bei Dinkel, Emmer und Einkorn

Die sogenannten Urgetreidesorten Dinkel, Emmer und Einkorn liegen voll im Trend und werden immer mehr zu schmackhaften Gebäcken verarbeitet. Hierbei gilt es jedoch auf die Sorte zu achten, denn diese kann einen erheblichen Einfluss auf die Verarbeitungseigenschaften und das Aroma der daraus hergestellten Backwaren haben, wie dies bei einer Testreihe durch die Urkornexperten festgestellt wurde.

Die Urkornexperten sind eine Gruppe von Expertinnen und Experten (u.a. ist Prof. Longin von der Universität Hohenheim involviert), die sich aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Verbraucher zusammensetzten und sich für den Anbau und die Verarbeitung alter Getreidesorten, vor allem Dinkel, Emmer und Einkorn, einsetzen. In einer Testreihe mit verschiedenen Emmer-, Einkorn- und Dinkelsorten konnten sie belegen, dass es auch bei diesen im Vergleich zu Weizen und Roggen nur spärlich angebauten Getreidesorten unter den einzelnen Sorten erhebliche Unterschiede hinsichtlich Verarbeitungseigenschaften und Aroma (Geschmack) gibt.

Es hat sich gezeigt, dass durch die Wahl geeigneter Sorten optisch ansprechendere und aromatisch überzeugendere Gebäcke hergestellt werden können. Als Konsequenz daraus sollte man als Müller immer mit seinem Bäcker in den Dialog treten, um Premiumgebäcke herstellen zu können. Nur so kann vom Anfang der Kette bis zum fertigen Produkt auch eine entsprechende Wertschöpfung erreicht werden. Im Rahmen der Studie konnte auch bewiesen werden, dass durch den Einsatz von Sauerteig und einer langen Teigführung mehr Volumen und ein intensiveres Aroma erzielbar sind.

Der Bericht zur Testreihe kann bei Interesse in der Geschäftsstelle abgerufen werden.

 

Erneuerbare sollen schneller ausgebaut werden – EEG-Umlage soll bis Mitte der 20er Jahre entfallen

Mit dem „Klimapakt Deutschland“ hat die Bundesregierung ein Begleitpaket zur Novelle des Klimaschutzgesetzes vorgelegt. Teil des Pakets ist ein deutlich schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien bis 2030. So soll Wind an Land auf 95 GW und PV auf 150 GW ausgebaut werden. Damit würden die mit der letzten EEG-Novelle festgelegten Werte um 24 bzw. 50 GW angehoben. Zudem soll die EEG-Umlage bis Mitte der 2020er Jahre vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert werden und auf den Stromrechnungen wegfallen.

Allerdings sollen diese Werte nicht mehr in dieser Legislatur im EEG verankert werden, das überlässt man der neuen Bundesregierung. Gesetzlich verankert werden muss und soll noch die im April vom Bundeskabinett beschlossene Anhebung der Ausschreibungsmengen für Wind (+1 GW) und PV (+4,1 GW) für 2022. Erkannt hat die Bundesregierung auch, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren der Erneuerbaren beschleunigt werden müssen.

Zudem verkündet die Bundesregierung das Ziel, die EEG-Umlage bis Mitte der 2020er-Jahre vollständig aus dem Bundeshaushalt zu bestreiten. Dazu sollen vor allem die Einnahmen aus dem BEHG dienen.

Die Bundesregierung erkennt im Pakt erstmals an, dass die Annahme eines weitgehend konstanten Stromverbrauchs bis 2030 aufgrund der Sektorenkopplung nicht haltbar ist.

Auch soll in der nächsten Legislaturperiode eine bundesweite PV- bzw. Solarthermiepflicht bei Neubauten und größeren Dachsanierungen eingeführt werden. Dafür wird die Überprüfung des Gebäudeenergiegesetzes von 2023 auf 2022 vorgezogen.

Ausbildungsinitiative des Bayerischen Müllerbundes läuft mit hoher Beteiligung an

Um den Nachwuchs in der Müllerbranche zu sichern, ist es wichtig für reichlich Ausbildungsplätze zu sorgen. Motivierte Auszubildende zu finden ist aber meist nicht so einfach. Oftmals fehlt den künftigen Auszubildenden schlichtweg die Kenntnis, dass es den Beruf des Müllers bzw. des Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft – Fachrichtung Müllerei, gibt. Deshalb hat der Bayerische Müllerbund eine „Ausbildungskampagne“ gestartet, die zum einen den Beruf des Müllers „schmackhaft“ machen soll, zum anderen einfache Möglichkeiten bietet, Ausbildungsplätze zu finden. Das Hauptziel der Kampagne ist, die Ausbildung in der Müllerei nach vorne zu bringen. Die Kampagne wird zu 50 Prozent von der alp im Bayerischen Landwirtschaftsministerium gefördert.

Insgesamt werden bei der Kampagne mehrere Bereiche abgedeckt.

 Anzeigenschaltung:

Wichtigstes Instrument, um neue Auszubildende zu generiere ist diesen die Möglichkeiten zu bieten sich auf ihre Ausbildung zum „Traumberuf“ bewerben zu können. Entsprechend notwendig ist die reine Anzeigenschaltung eines Stellenangebotes. Hier bietet der Bayerische Müllerbund die Option auf dem reichweitenstärksten Onlineportal für Ausbildungsplätze eine kostenlose Anzeige zu schalten. Dieses Angebot wurde auch erfreulicherweise bereits von vielen Mühlen wahrgenommen.

Sie finden die Anzeigen hier

Mediale Ausbildungswerbung durch den Deutschen Journalistendienst

Ein weiterer Schritt der Ausbildungskampagne ist ein Bericht zum Beruf und zur Ausbildung zum Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft – Fachrichtung Müllerei durch den Deutschen Journalisten Dienst mit über einer 1 Mio. Auflage. Der Text beschreibt die Vorzüge unseres wichtigen Berufes und erklärt, wie die Ausbildung dazu abläuft, was die Auszubildenden erwartet und wie und wo sie sich bewerben können.

 Social-Media-Kampagne

Der letzte Baustein in der Ausbildungskampagne, der sich noch in der Ausarbeitung befindet, betrifft die sozialen Netzwerke. In speziell auf die Zielgruppe zugeschnittenen Kurznachrichten und -Videos auf Instagram, youtube und facebook wird der Beruf des Müllers schmackhaft und interessant gemacht. Die potentiellen Auszubildenden begeben sich täglich in die sozialen Medien, der beste Platz also dort um sie zu werben. Um die Trefferquote zu erhöhen, wird die Social-Media-Kampagne auf die Postleitzahlengebiete der teilnehmenden Mühlen fokussiert!

Wir halten die Ausbildungskampagne des Bayerischen Müllerbundes für eine runde Sache und hoffen, dass sie den Beruf des Müllers bzw. des/der Verfahrenstechnolog*in in der Mühlen- und Getreidewirtschaft – Fachrichtung Müllerei ins perfekte Licht rückt!

Buchweizen – ein nachhaltiges, ernährungsphysiologisch attraktives und glutenfreies Trendnahrungsmittel

Bei einem Anbauversuch mit 25 Buchweizensorten haben Forscher der Universität Hohenheim in Stuttgart die Potenziale von Buchweizen auf die Probe gestellt. Zudem wurde getestet, wie sich die einzelnen Sorten hinsichtlich Verarbeitungseigenschaften und Geschmack unterscheiden.

In der glutenfreien Ernährung aber auch in vielen regionalen Spezialitäten, wie z.B. im nordfranzösischen Galette oder in osteuropäischen Blinis, und als neuer „ausgefallener“ Trend in der Küche und Bäckerei spielt Buchweizen eine große Rolle. In Deutschland ist der Anbau derzeit noch sehr gering. Die wesentliche Menge wird in China und Russland angebaut. Dabei wäre Buchweizen auch in Deutschland eine interessante Alternative zu herkömmlichen Feldfrüchten, wie eine Studie unter Federführung von Frau Prof. Simone Gräff-Hönninger und Herrn Prof. Friedrich Longin von der Uni Hohenheim gezeigt hat.

Die Forscher haben 25 Buchweizensorten angebaut und anschließend 18 Sorten für die Verwendung in Bäckerei und Küche getestet. Sehr erstaunlich war dabei, dass sich die einzelnen Sorten sowohl im Geschmack und der Verarbeitung als auch von Gericht zu Gericht unterschieden haben. Hier zeigt sich ein enormes Potential für die Auswahl und den Einsatz der Sorten.

Buchweizen bietet viele ernährungsphysiologische Vorteile und ist für eine nachhaltige Landwirtschaft sehr attraktiv. Buchweizen weist beim Mineralstoffgehalt einen ähnlich hohen Wert wie Vollkornweizen auf, bei Kalium und Magnesium aber deutlich mehr (ca. um 1 mg/g Trockensubstanz erhöht). Buchweizen enthält zudem einige Vitamine, ungesättigte Fettsäuren und relativ viel resistente Stärke, die den Blutzuckerspiegel langsamer steigen lässt als gleiche Mengen Getreidestärke. Zudem enthält Buchweizen einige interessante Flavonoide wie Rutin, die gesundheitsfördernde Wirkung haben sollen. Der Proteingehalt soll ähnlich hoch wie bei Weizen sein allerdings mit einer ausgewogeneren Aminosäuren Zusammensetzung, wobei insbesondere die hohen Lysingehalte hervorzuheben sind.

Buchweizen ist eine relativ anspruchslose Kulturart und wächst auch auf kargen Böden mit einer kurzen Vegetationszeit von gerade einmal 100 Tagen. Sein Stickstoffanspruch ist gering und in der Regel reicht der N-Vorrat im Boden aus, so dass Buchweizen nicht gedüngt werden muss. Allerdings ist sein Ertragspotenzial mit ~20- 25 dt/ha etwa nur halb so groß wie das von Sommergetreide. Ein Anbau nach einer frühreifenden Vorfrucht wäre jedoch denkbar. Zudem ist Buchweizen aufgrund seiner vielen Blüten und der versetzten Blütezeit zu anderen Pflanzen eine ideale Insektenweide.

Den genauen Text der Studie sowie weiterführende Informationen finden Sie hier:    Text Buchweizen

Einladung zur Online-HACCP-Hygieneschulung mit Update zu QS

Wie in jedem Jahr veranstaltet der Bayerische Müllerbund in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Hawellek ein HACCP-Hygieneseminar mit wertvollen Informationen zu Neuerungen bei QS. Aufgrund der besonderen Umstände der Corona-Pandemie findet das HACCP-Seminar in diesem Jahr online am Dienstag, 18. Mai 2021 von 15.00 bis 17.00 Uhr statt!

Sollten Sie vorab schon interessante Frage haben, bitten wir Sie, diese uns per E-Mail an                 lorenz.strohmeir@muellerbund.de mitzuteilen. So können wir diese im Vorfeld entsprechend aufbereiten.

Der Inhalt des Seminars:

  1. Grundlagen HACCP
  2. Mutterkorn
    • Inkrafttreten der neuen Grenzwerte für Mutterkornsklerotien und Mutterkornalkaloide
    • Beispiel einer Gefahrenanalyse und Risikobewertung
  3. Was gibt es Neues bei QS für die Futtermittelwirtschaft? Infos zu QS.
    • Testlauf Rückverfolgbarkeit
    • Kennzeichnung
    • Probenplan

Ihr Nutzen daraus:

  • Erfüllung der von Lebensmittel- und Futtermittelsicherheitsstandards (IFS, QS, ISO 22000, etc.) geforderten, regelmäßigen Fortbildung der HACCP-Verantwortlichen.
  • Erfüllung der gemäß EG-VO 852/2004 zur Lebensmittelhygiene geforderten regelmäßigen Schulung für HACCP-Verantwortliche.
  • Erhalt einer Teilnahmebescheinigung zum Nachweis der Seminarteilnahme.
  • Neue Mitarbeiter an das Thema „HACCP“ heranführen.
  • Wertvolle Informationen zu wichtigen Themen für die Getreidebranche.

Wer soll an diesem Seminar teilnehmen:

  • alle HACCP-Verantwortlichen
  • alle HACCP-„Neulinge“
  • alle an aktuellen Themen für die Getreidebranche Interessierten

Die Kosten für dieses Seminar betragen für Mitglieder des Bayerischen Müllerbundes 39,00 Euro pro Unternehmen zzgl. MwSt. In der Seminargebühr sind zudem die Seminarunterlagen enthalten. Mehrere Teilnehmer pro Unternehmen sind erwünscht.

Bitte melden Sie sich zügig unter nachfolgendem Link zum HACCP-Seminar an:

https://crm.muellerbund.de/seminar/haccp-hygieneschulung-55

Den Einwahllink für das HACCP-Seminar erhalten Sie nach erfolgter Anmeldung.

 

Buchbesprechung: „Brotbackbuch“ Mein Brot. Einfach. Gut. – Kostenlos downloaden

Dr. Friedrich Longin von der Universität Hohenheim ist Leiter der dortigen Arbeitsgruppe Weizen.Jetzt hat er ein Brotbackbuch herausgebracht mit dem Titel „Mein Brot. Einfach. Gut.“Dieses Buch richtet sich an Anfänger beim Brotbacken und Menschen, die mit wenigen Zutaten schnell tolle Brote und Brötchen backen wollen. Sie können das Buch kostenlos downloaden.

Das Buch vermittelt ein Grundrezept, das mit leichten Änderungen für Vollkornbrote bis hin zu Laugenbrötchen verwendet werden kann. Einfach erklärt, gibt es zudem wichtige Informationen zu Mehl, Urgetreide, Körnern, Hefe und Sauerteig, landwirtschaftlicher Produktion der eingesetzten Getreide und Körner sowie gesunder Ernährung mit Weizen. Zwei dutzend Rezepte sowie zahlreiche Links zu weiteren Informations-, Mehl- und Rezeptquellen runden das Buch ab.

Das Buch gibt es kostenlos im Internet zum Herunterladen:

Hier herunterladen

Mitarbeit in der Prüfungskommission für die Gesellenprüfung im Müllerhandwerk der Handwerkskammer Region Stuttgart gesucht

Die Gewerbliche Hoppenlauschule in Stuttgart sucht dringend Arbeitgebervertreter und Arbeitnehmervertreter für die Mitarbeit in der Gesellenprüfungskommission im Müllerhandwerk der Handwerkskammer Region Stuttgart.

Die Arbeitgebervertreter müssen die Meisterprüfung abgelegt haben oder das Recht zum Ausbilden von Lehrlingen besitzen.

Die Prüfungen finden in der Regel jährlich im Mai/Juni sowie die Winterprüfung im Dezember statt.

Falls Sie Interesse haben und die dafür nötige Zeit aufbringen können, melden Sie sich einfach bei Herrn Dr. Rampl unter Tel.: 089 – 281155, Fax.: 089 – 281104 oder per E-Mail: kontakt@muellerbund.de.

Projekt transNetz sucht Sie als innovativen Lebensmittelhandwerker/in

Im Lebensmittelhandwerk haben kleine und mittelständische Betriebe, wie Bäcker, Metzger, Brauer oder Müller einen langen Arbeitsalltag. Viele verschiedene Aufgaben wollen erledigt werden. Da bleibt kaum Raum für die Entwicklung neuer Ideen. Welche Voraussetzungen brauchen Sie, damit Innovation gelingt? Mit Innovationen sind ausdrücklich nicht nur technische Neuerungen gemeint, sondern auch Änderungen im Betriebsablauf oder der Vermarktung.

Ab 21. April 2021 haben Sie in einem Online-Dialog unter www.dialog-lebensmittelhandwerk.de die Möglichkeit dies zum Ausdruck zu bringen.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt transNetz untersucht, wie das Lebensmittelhandwerk zukunftsfest und somit konkurrenzfähig bleiben bzw. werden kann. Dabei liegt der Fokus auf Innovation. Wissenschaft und Praxis entwickeln gemeinsam Möglichkeiten des Wandels, insbesondere der kleinen Handwerksbetriebe, um sich dauerhaft am Markt etablieren und behaupten zu können.

Das Projektteam von transNetz, bietet ab dem 21. April bis Mitte Mai einen Online-Dialog an, bei dem Sie die Möglichkeit haben, aktiv Forschungsförderung mitzugestalten. Bewerten Sie, welche Themen für Sie besonders relevant sind, egal, ob positiv oder negativ, um in Zukunft Innovationen im Lebensmittelhandwerk realisieren zu können. Dazu werden Themenfelder auf einer Dialog-Plattform angezeigt, die Sie bewerten und kommentieren können. Zu welcher Zeit Sie sich einloggen steht Ihnen frei.

Die Ergebnisse werden anschließend in Workshops diskutiert, an denen Sie ebenfalls gerne teilnehmen können, und im Rahmen des transNetz Projekts in Handlungsempfehlungen überführt. Diese werden dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Lebensmittelhandwerk, aber auch Wissenschaftlern und weiteren Akteuren übergeben.

Der Vorteil wenn Sie daran teilnehmen besteht darin, dass sie aktiv Forschungsförderung mitgestalten, sich untereinander austauschen und die eine oder andere gute Idee mitnehmen können.

Falls Sie daran teilnehmen möchten, hier noch einmal der Link: www.dialog-lebensmittelhandwerk.de

Projekt „QualiBack“ nun abgeschlossen – Bericht bei uns abrufbar!

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising hat mit Unterstützung des Bayerischen Müllerbundes seit 2015 das Projekt „Machbarkeitsstudie Treibhausgas-optimierte Qualitätsweizenproduktion – Qualitätsmehl mit hoher Kleberqualität und geringem Stickstoffdüngereinsatz durch Züchtung und Produktionstechnik“ oder kurz „QualiBack“ durchgeführt. Die Machbarkeitsstudie zielte darauf ab, Qualitätsmehl mit hoher Kleberqualität bei geringem Stickstoffdüngereinsatz zu erreichen. Helfen sollen dabei Züchtungsfortschritte und angepasste Produktionstechniken. Im Lichte der Düngeverordnung und weiterer Produktionseinschränkungen ist das Projektziel für den künftigen Weizenanbau und die Sortenwahl bis hin zur Vergütungsfrage überaus interessant. Das Projekt ist nun abgeschlossen und es liegt der Abschlussbericht dazu vor, der in unserer Geschäftsstelle abgerufen werden kann.

Die Backqualität des Weizens wird am Getreidemarkt vor allem anhand des Rohproteingehalts definiert. Um die geforderten hohen Rohproteingehalte sicher zu erreichen, ist ein hoher Einsatz anorganischer und organischer Stickstoffdüngemittel notwendig. Beide tragen durch die Emission von klimarelevantem Lachgas aus Umwandlungsprozessen im Boden wesentlich zum CO2-Fußabdruck der Qualitätsweizenproduktion bei. Die Zufuhr stickstoffhaltiger Düngemittel birgt auch die Gefahr von Nitratauswaschung ins Grundwasser.

In einer fünfjährigen Versuchsserie wurden aktuelle E- und A-Qualitätsweizensorten in Anlehnung an die Düngebedarfsermittlung in drei Düngungsstufen gedüngt. Die Stufe 3 entsprach dem ortsüblichen bzw. E-Weizenbedarf nach der Düngeverordnung, die Stufe 2 dem A-Weizenbedarf und die Stufe 1 dem N-Niveau des A-Weizenbedarfes minus   20 %, wie in den Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers, den sogenannten „roten Gebieten“. Im Durchschnitt der Versuche lag zwischen den Stufen ca. 30 kg N/ha Differenz in der Stickstoffdüngung. Die Ergebnisse belegen die negative Wirkung der Reduktion der Stickstoffdüngung und des sinkenden Rohproteingehalts auf die Backqualitätseigenschaften des Weizens. Aufgrund der negativen Korrelation zwischen Ertrag und Rohproteingehalt ist der Ertragsfortschritt über eine bessere Proteinqualität notwendig. Zwischen den Sorten zeigt sich eine große nutzbare Variation in ihrer Backqualität. Besonders interessant ist dabei, wie sich die Düngereduzierung auf die Backqualität (Backvolumen, Wasseraufnahme, Dehnungslänge, Teigstabilität etc.) der einzelnen Weizensorten auswirkt.

Einige neue ertragreiche Sorten wie z.B. Asory weisen auch bei geringem Rohprotein- und Feuchtklebergehalt eine gute Backqualität auf. Ein hoher Ertrag bei gleichzeitig guter Backqualität führt zu einer effektiven Ausnutzung der Produktionsmittel. Durch das starre und ausschließliche Festhalten am Rohproteingehalt als wesentliches Qualitätskriterium wird dieser Fortschritt in der Proteinqualität am Getreidemarkt negiert. Müller, Handel und Landwirte wurden über die speziellen Sorten und die Versuchsergebnisse informiert. Der Getreideausschuss im Bayerischen Müllerbund war maßgeblich an dem Projekt beteiligt und hat das Projekt aus Sicht der Müllerei unterstützt. So hat er mitunter vorgeschlagen eine differenziertere Separation des Weizens bei der Annahme nach Sortengruppen vorzunehmen. Anhand der Versuchsergebnisse konnten Sorten mit ähnlichen Teigeigenschaften zu Sortengruppe zusammengefasst werden. Durch das momentan noch vorhandene große Angebot an Qualitätsweizen sind erst kleine Anzeichen am Markt durch Erzeugergemeinschaften und Händler erkennbar, eine sortenspezifische Vermarktung für den Qualitätsweizen zu beginnen.

Die rechtzeitige dritte Düngungsgabe war in den zunehmend trockener werdenden Vegetationsperioden wichtig, um die zur Verfügung stehenden Düngermengen bestmöglich auszunutzen. Langjährige Erfahrungen zur Terminierung der Düngung sollten von den Landwirten überdacht werden. Diese Untersuchungen werden fortgesetzt.

Zur Qualitätssicherung ist die Verifizierung der Sortenangabe ein wichtiges Instrument. Im Rahmen einer Pilotstudie mit Mitgliedsbetrieben des Bayerischen Müllerbundes wurde ein Referenzdatensatz mit genomischen SNP-Markern aufgebaut. Die Sorte der eingesandten Rückstellmuster konnte auf dieser Basis identifiziert und mit den Angaben verglichen werden. Einige falsche Deklarationen wurden erkannt.

Die Verbesserung der Backqualität der Sorten unter eingeschränkter Stickstoffdüngung bleibt eine Herausforderung. Die genomische Selektion kann wesentlich zur Beschleunigung der Züchtung für das komplex vererbte Merkmal der Backqualität beitragen.

Besondere Rezepte für Weihnachtsbackbuch gesucht

Im vergangenen Jahr brachte der Bayerische Müllerbund das Rezeptheft „Mehlzeit!“ heraus. Nachdem dieses einen enormen Anklang bei den Verbrauchern erhalten hat, legt der Bayerische Müllerbund nun nach und wird ein spezielles Rezeptheft für die Weihnachtszeit erstellen. In dem neuen „Backheftchen“ sollen in erster Linie besondere und ausgefallene Plätzchenrezepte aber auch andere Weihnachtsklassiker wie Stollen enthalten sein. Wir möchten Sie deshalb erneut bitten, Ihre ganz persönlichen „Weihnachtsklassiker“ hierfür zur Verfügung zu stellen und uns zuzusenden!

Der Erfolg des „Rezepthefts Mehlzeit!“ ist ungebrochen. Gerade beim Einkauf im Mühlenladen sind die Kundinnen und Kunden für Rezeptvorschläge aus Mehl dankbar. Es wurden deshalb bereits mehr als 10.000 Stück an Verbraucherinnen und Verbraucher verteilt. Aufgrund des großen Erfolgs des Rezeptheftes wurde an uns der Wunsch herangetragen, ein Rezeptheft extra für die Weihnachtszeit zu produzieren. Diesem Wunsch kommen wir gerne nach und planen aktuell ein „Rezeptheft für Weihnachtsbäckereien“.

Damit darin wieder einfach gelingende, gut schmeckende Rezepte aus der Mühle enthalten sind, bitten wir Sie uns Ihre ganz persönlichen Weihnachtsrezepte zu schicken.

Neben Vanillekipferl, Spitzbuben oder auch dem klassischen Christstollen sind wir auch wieder auf der Suche nach den ganz besonderen und nicht alltäglichen Weihnachtsgebäcken. Schön wäre, wenn Sie uns Rezepte zuschicken könnten, deren Zutaten fast nur im Mühlenladen erhältlich sind.

Plätzchen und andere Weihnachtsbäckereien aus Weizen-, Dinkel-, Roggen-, Einkorn- oder auch Emmer-Mehl, Schroten oder Flocken, je „außergewöhnlicher“ desto besser.

Bitte senden Sie uns Ihre Rezepte zeitnah an unsere Geschäftsstelle: Bayerischer Müllerbund, Karolinenplatz 5a, 80333 München. Per Fax.: 089 281104 oder vorzugsweise per E-Mail an kontakt@muellerbund.de. Vielleicht haben Sie ein schönes Foto von Ihren Backwerken, das Sie uns mitschicken können.