Kategorie-Archiv: Aktuelles

Max-Rubner-Institut stellt Qualitätsergebnisse zur Brotgetreideernte 2022 vor

Im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung 2022“ wurden rund 1500 Weizenproben und 680 Roggenproben eingereicht. Bislang konnten knapp 90 Prozent der Weizen- und etwas über die Hälfte der Roggen-Proben auf verschiedene Qualitätsparameter und auf die Verunreinigung mit Mykotoxinen hin analysiert werden, gibt das Max-Rubner-Institut in einer Mitteilung bekannt.

Die Bedingungen für die Aussaat des Winterbrotgetreides waren überwiegend günstig und die meisten Bestände durchliefen eine gute Herbst- und Winterentwicklung. Probleme durch Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer wurden regional sehr unterschiedlich und zu unterschiedlichen Zeitpunkten spürbar, besonders früh etwa in Sachsen-Anhalt. Aufgrund der hohen Temperaturen und starken Sonneneinstrahlung setzte die Abreife, teilweise auch Notreife, recht früh ein, dadurch war die Getreideernte vielfach bereits Ende Juli abgeschlossen.

Wie das MRI mitteilt, weist die diesjährige Winterweichweizen-Ernte im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Rohproteingehalt von 11,8 Prozent auf (Vorjahr: 12,7 %). Den höchsten durchschnittlichen Rohproteingehalt von 13,1 Prozent weisen die bisher vorliegenden Proben aus Thüringen auf. Dagegen liegen die Proben aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, beides Länder mit hohen Hektarerträgen, unter 11 Prozent. Auch der Sedimentationswert, ein indirektes Maß zur Bestimmung der Proteinqualität, liegt mit 39 ml unter dem Niveau des Vorjahreswertes (47 ml). Insgesamt ist die Klebergüte als gut dehnbar und elastisch einzustufen, der reduzierte Feuchtklebergehalt im Schrot (23,2 %; Vorjahr 24,3 %) kann jedoch die fehlende Proteinmenge nicht kompensieren. Bezüglich des Kriteriums Fallzahl ist die diesjährige Weizenernte unproblematisch, sie liegt im Mittel bei 359 Sekunden.

Das Hektolitergewicht zeigt sich in diesem Jahr überdurchschnittlich (78,7 kg/hl) und der Schmachtkornanteil (0,91 Gew. %) liegt unter den Werten der Vorjahre.

Beim Roggen erreichen laut MRI 99,8 Prozent der analysierten Proben Brotroggenqualität. Qualitativ stellt sich die Roggen-Ernte auch in diesem Jahr als enzymarm dar. Die bislang untersuchten Roggenpartien liegen in einem hohen Fallzahlbereich von 299 Sekunden. Analog dazu weist auch die Stärkebeschaffenheit extrem hohe Verkleisterungstemperaturen und Amylogrammmaxima (77,6 °C; 1771 AE) auf. Das Hektolitergewicht (76,3 kg/hl) hat sich gegenüber dem Vorjahr (72,5 kg/hl) erhöht, der Anteil an Schmachtkorn ist gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken und wird regional vereinzelt zu erhöhten Ausbeuteverlusten führen.

Das mittlere Vorkommen von Mutterkornsklerotien (1,0 g/kg) ist gegenüber dem Vorjahr (0,4 g/kg) deutlich erhöht. In 28 Prozent der bisher untersuchten Proben beim Roggen wurde der Grenzwert von 0,5 g/kg überschritten.

In den auf weitere Mykotoxine untersuchten Ernteproben wurden bisher sehr geringe Gehalte an Deoxynivalenol (DON), das in Deutschland am häufigsten natürlich vorkommende Schimmelpilztoxin, und auch an Zearalenon nachgewiesen. Im Weizen liegen die bisher festgestellten DON-Gehalte im langjährigen Mittel auf einem extrem niedrigen Niveau. Keines der bisher untersuchten Weizen- oder Roggen-Proben überschritt den zulässigen Grenzwert für DON von 1,25 mg/kg. Auch Zearalenon wurde in sehr wenigen der untersuchten Proben (Weizen und Roggen) auf einem sehr niedrigen Niveau nachgewiesen. Hinsichtlich der sehr niedrigen Fusarientoxin-Gehalte profitieren insgesamt alle Anbaugebiete Deutschlands gleichermaßen von den langen Trockenperioden während des Getreide-Aufwuchses.

Der Zwischenbericht des Max Rubner-Instituts zur Besonderen Ernte- und Qualitätsuntersuchung (BBE) können Sie hier abrufen.

Maßnahmenpaket des Bundes zur Sicherung einer bezahlbaren Energieversorgung und zur Stärkung der Einkommen

Der Koalitionsausschuss in Berlin hat Anfang September das sogenannte Maßnahmenpaket III beschlossen und auf den Weg gebracht. Durch die geplanten Maßnahmen sollen die erwarteten hohen Preissteigerungen für die Bürger und Unternehmen im Bereich des Energieverbrauchs abgefedert werden. Wirtschaft und Arbeitsmarkt sollen dadurch gestützt werden. Die neuen Maßnahmen werden ein Gesamtvolumen von über 65 Milliarden Euro umfassen. Vieles ist in der Ausgestaltung jedoch noch unklar. Bislang werden mit den geplanten Maßnahmen nur die Symptome bekämpft. Es gilt jedoch endlich an der Wurzel des Problems, Hand anzulegen. Für eine wirkliche Entlastung müssten Gas- und Strompreise voneinander entkoppelt werden. Diesen wichtigen Schritt ging bislang die Bundesregierung noch nicht.

Nachfolgend wollen wir Ihnen einen Auszug der Maßnahmen vorstellen, die eine direkte oder indirekte Auswirkung auf Ihren Betrieb haben können.

Maßnahmen auf dem Energiemarkt: Erlös-/Preisobergrenzen, Zufallsgewinne

Im europäischen Strommarktdesign (Merit-Order) bestimmt das teuerste für die aktuelle Stromerzeugung benötigte Kraftwerk den Preis für den Strom. Dies sind derzeit die Gaskraftwerke. Die Produktionskosten ändern sich jedoch für die meisten Strom-produzenten (z.B. Erneuerbare, Kohle- oder Atomstrom) nicht, sodass enorme Gewinne entstehen, die sogenannten „Zufallsgewinne“.

Zwei Maßnahmen sollen aufgrund des momentanen Zustands abgeleitet werden. Zum einen soll es zu Erlös- bzw. Preisobergrenzen kommen. Zum anderen sollen die Zufallsgewinne teilweise abgeschöpft werden und damit die Entlastungen für Bürger und Unternehmen finanziert werden. Wünschenswert wäre, dass auch die Strompreisermittlung (Problem: teuerstes Kraftwerk = Gaskraftwerk) angepasst würde. Hier laufen bereits Gespräche auf EU-Ebene.

Strompreisgrenze für den Basisverbrauch

Nach der Einführung der Erlösobergrenze wird aus deren Einnahmen eine Strompreisbremse für den Basisverbrauch eingeführt. Privathaushalten sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Versorgertarif soll eine gewisse Menge Strom zu einem vergünstigten Preis gutgeschrieben werden (Basisverbrauch). Wie hoch der Preis und der Basisverbrauch angesetzt werden ist derzeit noch offen!

Dämpfung der steigenden Netzentgelte

Bedingt durch die hohen Gaspreise werden die sogenannten Redispatch-Kosten zum 15.10.2022 stark steigen, was wiederum zu stark steigenden Netzentgeltkosten ab dem 01.01.2023 führe. Um dies zu verhindern, werden die Stromnetzentgelte aus den abgeschöpften Strommarkt-Zufallseinnahmen bezuschusst. Ob dadurch ein Anstieg generell vermieden werden kann, bleibt zunächst dahingestellt.

Entlastung beim CO₂

Die für den 01.01.2023 anstehende Erhöhung des CO₂-Preises um 5 € pro Tonne im Brennstoffemissionshandel wird um ein Jahr auf den 01.02.2024 verschoben. Damit verschieben sich auch die bisher vorgesehenen Folgeschritte 2024 und 2025 um ein Jahr.

Unternehmenshilfen

Unternehmen sollen bei Investitionen in Effizienz- und Substitutionsmaßnahmen unterstützt werden. Was sich genau dahinter verbirgt, ist leider noch unbekannt.

Zudem werden die bestehenden Hilfsprogramme für Unternehmen bis zum 31.12.2022 verlängert, wie z.B. das Energiekostendämpfungsprogramm zur Entlastung von besonders energie- und handelsintensiven Unternehmen sowie die erweiterten Bund-Länder-Bürgschaftsprogramme zur kurzfristigen Sicherstellung von Liquidität.

Spitzenausgleich energieintensive Unternehmen

Der Spitzenausgleich bei den Strom- und Energiesteuern (§ 10 Stromsteuer – davon profitieren auch die Mühlen) wird um ein weiteres Jahr verlängert (bis Ende 2023). Zu beachten ist hierbei aber, dass Unternehmen, die von diesem Spitzenausgleich profitieren, Maßnahmen ergreifen sollen, um den Verbrauch der Energie zu reduzieren. Hier werden Maßnahmen – vermutlich über die Zertifizierungen – nachgewiesen werden müssen.

Verlängerung Kurzarbeitergeld / Umsatzsteuer Gastronomie / Konzentrierte Aktion und Unterstützung der Tarifpolitik

Die Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld werden über den 30. September 2022 hinaus verlängert.

Die Absenkung der Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie auf 7 % wird verlängert. Hiervon können einige unserer Kunden (z.B. Bäckereicafés, Gastwirtschaften) profitieren.

Der Bund ist bereit, bei zusätzlichen freiwilligen Zahlungen der Unternehmen an ihre Beschäftigten einen Betrag von bis zu € 3000,– von der Steuer und den Sozialversicherungsabgaben zu befreien (falls die Betriebe, aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung, dies überhaupt leisten können).

Abschaffung EEG-Umlage

Die bereits zum 01. Juli 2022 auf 0 gesetzte EEG-Umlage wird ab Januar 2023 auf Dauer abgeschafft!

„Wir können nicht einfach den Stecker ziehen“: Bayerische Ernährungshandwerke in existenzbedrohender Lage

Landesverbände der bayerischen Fleischer, Bäcker, Müller, Konditoren und Brauer fürchten flächendeckende Betriebsschließungen aufgrund nicht mehr zahlbarer Energiepreise ++ Vier Forderungen an die Bundesregierung

Die Landesverbände der bayerischen Fleischer, Bäcker, Müller, Konditoren und Brauer appellieren an die Bundesregierung, schnellstmöglich Maßnahmen zu entwickeln, um den weiteren Anstieg der Energiekosten zu stoppen und auf ein bezahlbares Niveau zu bringen. „Die Entwicklungen an den Energiemärkten in den vergangenen Wochen haben ein existenzbedrohendes Ausmaß erreicht. Wenn sich allein die Kosten für Strom vervielfachen, dann stemmen die Betriebe das schlicht und ergreifend nicht“, sagt Lars Bubnick, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das bayerische Fleischerhandwerk, stellvertretend für die fünf Verbände. „Ergreift die Politik hier nicht schnellstmöglich Gegenmaßnahmen, werden Betriebsschließungen die unweigerliche Folge sein.“

Die Bayerischen Ernährungshandwerke – der Verband Private Brauereien Bayern, der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk, der Fleischerverband Bayern, die Konditoren-Innung Bayern sowie der Bayerische Müllerbund – erheben folgende Forderungen an die Bundesregierung:

  • Die Regierung soll die Ursachen für die Energiepreissteigerung bekämpfen, indem sie den Gaspreis von den übrigen Energieerzeugungsformen abkoppelt und ein Strommarktpreisdesign schafft, in dem die günstigen Gestehungskosten der erneuerbaren Energien kostenreduzierend wirken können.
  • Weiterhin sind die in Bereitschaft stehenden bzw. die vor der Abschaltung stehenden Kraftwerke zu nutzen, um das Angebot zu erhöhen und damit den Strompreis deutlich zu senken.
  • Bei der Bekämpfung der Symptome der explodierenden Energiepreise in Form von Ausgleichsmaßnahmen sollen Programme entwickelt werden, die von kleinen und mittelständischen Betrieben auch tatsächlich in Anspruch genommen werden können.
  • Jetzt gilt es nicht nur Energie einzusparen, sondern auch jede Kilowattstunde des heimischen Potentials zu heben, um die teure Verstromung von importierten fossilen Energien, wie zum Beispiel Gas, soweit wie möglich zu reduzieren.

„Viele Betriebe haben Existenzangst“, weiß Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes, von seinen Mitgliedern. Die bayerischen Mühlen verarbeiten jedes Jahr rund 1,3 Millionen Tonnen heimisches Getreide zu Lebensmitteln und sind ein maßgeblicher Faktor für die Versorgungssicherheit von Grundnahrungsmitteln in Bayern. „Wir können deshalb nur eindringlich an die Bundesregierung appellieren, Lösungen zu finden, um die Existenz dieser mittelständischen Betriebe zu sichern. Während die Regierung mit Hilfsprogrammen die Symptome bekämpft, sollte sie auch dringend an die Ursachen rangehen und Gas aus der Bepreisung von Strom abkoppeln, Stichwort Merit Order-Effekt“, bekräftigt Rampl.

Nicht nur die Müller, auch die Bäcker mit ihren energieintensiven Betrieben sind von den Energiepreissteigerungen betroffen. Stephan Kopp, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Bayerische Bäckerhandwerk, fordert: „Die Bundesregierung muss dringend regulierend auf die Energiepreise wirken. Die aktuelle Situation an den Strommärkten ist existenzgefährdend und sie bedroht den sozialen Frieden.“

Dem kann sich die Geschäftsleiterin der Konditoren-Innung Bayern, Daniela Sauer, nur anschließen. Viele Konditoreien stehen ebenfalls vor großen Herausforderungen und sehen ihre Existenz bedroht. „Wir wissen es zu schätzen, dass Förderprogramme mit Ausgleichsmaßnahmen auch für kleine und mittlere Unternehmen geschaffen werden sollen“, sagt Sauer. „Aber sie müssen so gestaltet sein, dass Handwerksbetriebe auch tatsächlich dafür qualifizieren, die Fördermittel zu erhalten, und das Antragsverfahren sollte einfach und zeitsparend sein, so dass die Antragsstellung von den kleinen Betrieben auch zu bewältigen ist.“

 Viele Preistreiber gefährden Existenz 

Stefan Stang, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien Bayern e.V., weist darauf hin, dass seine Branche immer noch mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen habe, in der Lock-downs zu hohen Umsatzeinbußen geführt hätten. „Neben den hohen Energiekosten hat die mittelständische Brauwirtschaft das dringliche Problem, dass nahezu keine Kohlensäure für das Abfüllen von Bier und anderen Getränken zur Verfügung steht. Es gibt bereits mehrere Betriebe, die aufgrund dieser Tatsache nicht mehr produzieren können“, berichtet er. „In der aktuellen Diskussion sprechen wir lediglich über eine einzige Kostenposition, die Energiekosten, neben der auch viele andere Kosten explosionsartig steigen. Das ist ein Teufelskreislauf, denn diese massiven Kostensteigerungen lassen sich nicht 1:1 auf die Verkaufspreise umlegen.“

„Man weiß nicht, wie man es stemmen soll“

Zwei Beispiele zeigen, vor welchen Herausforderungen die Betriebe stehen. Markus Schuster, Inhaber der Schuster Mühle in Großaitingen im Landkreis Augsburg, fragt sich derzeit, wann er den Stromliefervertrag für das kommende Jahr abschließen soll. Eigentlich wäre jetzt die Zeit, aber Schuster zögert, einen Vertrag abzuschließen, bei dem er fast das Dreieinhalbfache der Stromkosten zahlen müsste. In konkreten Zahlen: In diesem Jahr zahlt er 140.000 Euro für Strom inklusive Nebenkosten und zuzüglich Mehrwertsteuer. Für das kommende Jahr lautet das  Angebot seines Energieversorgers 450.000 Euro. „Man weiß nicht, wie man es stemmen soll“, sagt der Müllermeister, der die Mühle, die seit 1931 im Familienbetrieb ist, 2005 von seinem Vater übernahm. Neben den explodierenden Energiepreisen macht ihm auch der durch den Krieg in der Ukraine stark gestiegene Getreidepreis zu schaffen. Die Schuster Mühle hat einen durchschnittlichen Strombedarf von 670.000 Kilowattstunden im Jahr. 2016 hat Schuster eine neue Mühle angeschafft, die pro Tonne Mehl 20 bis 30 Prozent weniger Strom benötigt als die alte. Größere Einsparungen sind deshalb kaum mehr möglich.

 Mit ihrem Stromverbrauch liegt die Schuster Mühle unter dem Durchschnitt aller bayerischen Mühlen, die häufig alteingesessene Familienbetriebe sind. Die größeren Mühlen sind also noch von deutlich höheren Energiekostensteigerungen betroffen.

 Metzgerei Max: 233.000 Euro Mehrkosten für Strom im Jahr

Welche Auswirkungen die Energiepreisexplosion hat, zeigt auch das Beispiel der Metzgerei Max im oberfränkischen Hof. 2021 hat Thomas Köhn, Inhaber der Metzgerei Max in Hof, Stromkosten von 87.950 Euro.

Wenn er den Angebotspreis aus dieser Woche für 2023 ansetzt, wären es Stromkosten von 321.034 Euro, das heißt, Mehrkosten von rund 233.000 Euro im kommenden Jahr. „Wir haben ja auch noch mit anderen Preissteigerungen, zum Beispiel bei Gläsern und Dosen, zu kämpfen und die Personalkosten steigen auch“, ergänzt der Firmenchef.

Im August hat er noch die Löhne erhöht, da seine 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter der Inflation zu leiden haben. Viele Möglichkeiten, den Energiebedarf zu reduzieren, hat Köhn nicht. „Wir haben kühlpflichtige Produkte und können nicht einfach den Stecker für die Kühlhäuser ziehen.“

Extremsituation an den Energie- und Strommärkten – Schreiben Sie Ihren Bundestagsabgeordneten und machen Sie auf die aktuelle Situation aufmerksam!

Die Energiepreise gehen regelrecht durch die Decke. Die aktuelle Situation an den Energie- und Strommärkten nimmt existenzbedrohende Ausmaße an. Gerade die Mühlen als energieintensive Branche spüren die Energiekrise im Besonderen. Sprechen Sie jetzt Ihre regionalen Abgeordneten an und machen Sie auf die Energiekries aufmerksam!

Die Lage für die Wirtschaft ist aufgrund der Energiekrise ernst – wesentlich ernster als in der Coronakrise. Ganze Wirtschaftszweige drohen wegzubrechen, wenn die Politik jetzt nicht gegengesteuert. Die Energiepreisspirale nach oben muss unterbrochen werden. Andere Länder wie Spanien und Frankreich haben bereits reagiert und wirksame Maßnahmen zur Strompreisreduzieren auf den Weg gebracht, um ihre Wirtschaft zu schützen.

Die Politik muss nun handeln, um unseren Wohlstand und unsere Wirtschaft nicht zu gefährden. Wir müssen der Politik zeigen welche Auswirkungen auf unsere Betriebe zukommen und was das für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeutet. Deshalb haben wir schon zahlreiche Gespräche mit der Politik geführt und zusammen mit den Ernährungshandwerken ein Musterschreiben entworfen, dass Sie bei uns in der Geschäftsstelle anfordern können.  Sie müssen das Musterschreiben noch mit Ihren eigenen Angaben ergänzen und an Ihre regionalen Bundestagsabgeordneten senden. Unterstützen Sie unsere politischen Aktionen und machen Sie auf die extreme Energiepreisentwicklung aufmerksam, die den Wohlstand Deutschlands gefährdet und in einer ausufernden Inflation endet, wenn jetzt nicht gehandelt wird. Laden Sie die Politik, wie nachstehend zu entnehmen, in Ihren Betrieb ein und machen Sie die aktuelle Betroffenheit an Ihrem Beispiel deutlich. Unterstützen Sie unsere gemeinsame politische Arbeit. Wir haben uns ebenfalls in zahlreichen Gesprächen und Briefen bereits an eine Vielzahl von Abgeordneten gewandt und auf die extreme Lage aufmerksam gemacht. Wir kommen gerne zu den Gesprächen hinzu und unterstützen Sie dabei!

BLE veröffentlicht Struktur der Mühlenwirtschaft 2021

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat nun den kompletten Strukturbericht der Mühlenwirtschaft für das Jahr 2021 veröffentlicht. Das Zahlenwerk zum Bericht hatten wir Ihnen bereits im Oktober 2021 zur Verfügung gestellt.

Den ausführlichen Bericht können Sie auf unserer Homepage im Mitgliederbereich hier herunterladen:

Gasumlage beschlossen – Einführung zum 01. Oktober 2022

Auf Gaskunden kommen ab 01. Oktober wegen der staatlichen Unterstützung der Importeure Preissteigerungen zu. Die Gasumlage wird bei einem Nettopreis von 2,419 Cent pro kWh liegen. Auch wenn viele Mühlen nicht direkt von der Gasumlage betroffen sind, ergeben sich z.T. erhebliche Belastungen in den gewerblichen Bereichen Mischfutter und Bäckereien sowie bei den Privatkunden, was wiederum Auswirkungen auf den Absatz der Mühlenprodukte haben kann.

Durch die Gasumlage, die alle Gasverbraucher bezahlen müssen, sollen die orbitant gestiegenen Beschaffungskosten der Gasimporteure bezuschusst werden, da diese aufgrund bestehender Verträge die Kosten nicht sofort an den Verbraucher weiterleiten können.

Die Umlage ist befristet. Sie greift zum 01. Oktober 2022 und endet am 01. April 2024. Die Umlage wird monatlich abgerechnet und kann alle drei Monate angepasst werden.

Über Entlastungen der Gasverbraucher wird derzeit noch diskutiert. Wie hoch diese ausfallen könnten bzw. ab wann damit zu rechnen ist, steht noch nicht fest. Zudem soll versucht werden, eine Freistellung von der Mehrwertsteuerpflicht von der EU zu erhalten, was den privaten Verbrauchern zu Gute käme.

Weitere offene Fragen sind z.B. wie mit Festverträgen, die keine zusätzlichen Umlagen oder Erhöhungen zulassen, umgegangen wird. Gleiches gilt für die Fernwärme-Kunden. Diese Fragen sollen baldmöglichst geklärt werden.

Gelungene Abschlussfeier der DMSB-Absolventen

Am 8. Juli 2022 erhielten die neun erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Deutschen Müllerschule Braunschweig (DMSB) im Rahmen der Abschlussfeier ihre Zeugnisse und Diplome und besitzen nun den Titel „Bachelor Professional in Technik“ bzw. „Techniker:in für Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik“.

Für den DMSB-Abschlussjahrgang 2022 war der 8. Juli ein besonderer Tag: Im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung erhielten eine Absolventin und acht Absolventen ihre Zeugnisse und Schmuckblattdiplome. Etwa 60 Gäste waren der Einladung ins Braunschweiger Restaurant LaCupola gefolgt.

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Schulleiter Jörg Gerling überreichten der pädagogische Leiter Georg Böttcher sowie das gesamte anwesende Kollegium die lang ersehnten Abschlussunterlagen. Der Studiengang an der DMSB schließt nun bereits zum zweiten Mal auch mit dem internationalen Titel „Bachelor Professional in Technik“ ab. Zusätzlich zu ihrem Studium an der DMSB stellten sich sieben der Studierenden auch erfolgreich der Meisterprüfungskommission. Weitere Reden und Grußworte kamen von der Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig, Annegret Ihbe, sowie von Alexander Schnelle, dem Vorsitzenden des Fördervereins, der die DMSB tatkräftig unterstützt.

Geldpreise der Müllereipensionskasse an die drei Studierenden mit der besten Durchschnittsnote im Abschlusszeugnis gingen an Maren Sting, Jeffrey Freiter und Markus Bröer.

Diese drei Studierenden bildeten auch das Team, das die beste Projektarbeit erstellt hatte, wofür ihnen zudem der Karl-Heinz Gericke-Preis des Verbandes „Glück zu“, für die bestbenotete Abschlussarbeit verliehen wurde.Abschlusfeier DMSB

Lobende Worte für diese drei und alle anderen Absolventen fand auch Michael Kammann, Präsident des Verbandes „Glück zu“, der in seinem folgenden Grußwort das erfolgreiche Zusammenwirken von Verband, Förderverein und DMSB und die Vorzüge dieses weltweiten Netzwerks herausstellte. Zudem verabschiedete er vier Mitglieder, die nun aus dem Präsidium scheiden: die bereits namentlich genannten Studierenden sowie Leonard Sökefeld.

Für die Studierenden ergriff abschließend Jeffrey Freiter das Wort, rief die zahlreichen Veranstaltungen und Schulfahrten der letzten zwei Jahren in Erinnerung und dankte allen Lehrkräften und Mitarbeitern der DMSB. Im Anschluss begann der gesellige Teil des Abends mit einer Mischung aus Freude über das Erreichte und Wehmut über den Abschied.

Bühler Technologiekurs in Kooperation mit dem Bayerischen Müllerbund

Wir möchten Sie hiermit noch einmal an den zum Bühler Technologiekurs erinnern. Ausbildung und Fachwissen des Personals gehören zu den Grundpfeilern des Erfolgs jedes Unternehmens, unabhängig von deren Betriebsgröße. Vor Corona hat der Bayerische Müllerbund in Zusammenarbeit mit Bühler bereits einen Kurs für Müller und Müllermeister im schweizerischen Uzwil organisiert, der in diesem Jahr nach einer Coronazwangspause wieder stattfinden wird. Der Kurs wird vom 26. bis 30. September 2022 abgehalten und richtet sich speziell an Müller, die neu in der Mehlmüllerei sind oder bislang mittlere Vorkenntnisse haben. Auch als Auffrischung ist der Kurs gut geeignet.

Im Technologiekurs lernen Sie, wie man eine Mühle effizient bedient, sowie alles Wichtige über grundlegende Müllereiprozesse, Maschinendesign und die Anlagensteuerung.

Zwei Tage des fünftägigen Kurses finden in der voll funktionsfähigen Schulmühle von Bühler statt, um Reinigungs-, Konditionierungs- und Müllereitechniken zu erlernen. Die Kursteilnehmer haben auch Zugriff auf einige der neuesten Müllereimaschinen für einen genauen Blick auf ihre Funktionsweise. Es wird auch Wissen über die Themen Laboranalysen und Getreidekunde vermittelt mit dem Fokus auf Weizen, von der Annahme bis zum Fertigprodukt.

Falls Sie Mitarbeiter in Ihrer Mühle beschäftigen, die neu in der Mehlmüllerei sind oder die bisher mittlere Vorkenntnisse haben oder für die sich eine allgemeine „Technologie-Auffrischung“ eignen würde, raten wir Ihnen zu diesem Kurs.

Bei Interesse finden Sie alle wichtigen Informationen sowie die Anmeldeformalitäten hier.

Auf der Internetseite sind mehrere Kurse angegeben. Bitte melden Sie sich für den Kurs vom 26. – 30. September 2022 an. Die Kosten betragen für den Wochenkurs 1.900 CHF und für die Unterkunft (6 Nächte) 840 CHF.

Bei Fragen können Sie uns auch gerne kontaktieren unter Tel.: 089-281155, Fax.: 089-281104 oder per E-Mail: kontakt@muellerbund.de

Ökologischer Landbau nimmt weiter zu

Die Umstellung in der Landwirtschaft auf ökologische Bewirtschaftung geht nach Aussage des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) weiter. Demnach entschieden sich 2021 weitere 911 Höfe für den Ökolandbau, die über 100.000 Hektar auf ökologische Bewirtschaftung umstellten. Das entspricht etwa zweimal der Fläche des Bodensees. Insgesamt gab es 2021 damit 36.307 Bio-Höfe in Deutschland. Auch in der Lebensmittelherstellung nutzen nach Angaben des BMEL weitere 2.222 Unternehmen die Chance für den Einstieg in die ökologische Produktion.

Nachfolgend einen kurzen Überblick über die Entwicklung im Jahr 2021:

  • Bio-Betriebe: Insgesamt wirtschafteten in Deutschland 36.307 Betriebe ökologisch. Das ist ein Zuwachs von 2,6 Prozent oder 911 Betrieben. 14 Prozent aller Höfe in Deutschland waren 2021 demnach Bio-Betriebe.
  • Bio-Fläche: Die deutsche Bio-Fläche legte 2021 um 5,9 Prozent oder 100.336 Hektar zu. Damit wurden 2021 insgesamt 1.802.231 Hektar ökologisch bewirtschaftet, was ein Anteil von 10,9 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands ausmacht.
  • Bio-Lebensmittelherstellung: Insgesamt 19.572 Unternehmen stellten 2021 Bio-Lebensmittel her, ein Plus von 2.222 Unternehmen (plus 12,8 Prozent).

EEG 2023: Alle Beschlüsse fallen pro Wasserkraft aus!

Nach den Beschlüssen des Ausschusses für Klimaschutz und Energie hat nun auch der Bundestag und der Bundesrat dem sogenannten Osterpaket, dem Gesetzes zu Sofortmaßnahmen für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und weiteren Maßnahmen im Stromsektor, zugestimmt.

Erfolg für die Wasserkraft: Alle negativen Elemente, die in diesem Gesetzesentwurf für die Wasserkraft im EEG 2023 vorgesehen waren, wurden in der letzten Ausschusssitzung nach langer Diskussion entfernt! Dies geht aus den Beschlüssen des 25. Ausschusses für Klimaschutz und Energie hervor, die in einer Sondersitzung gefällt wurden.

Das ist ein sehr großer Erfolg für die Wasserkraft! Somit haben die rund 4.000 Wasserkraftanlagen in Bayern weiterhin eine Zukunftsperspektive!

Im Einzelnen hat sich gegenüber dem Gesetzentwurf folgendes geändert:

1) Die Wasserkraft erhält nun, wie alle anderen Erneuerbaren Energien, das überragende öffentliche Interesse, was der Stromerzeugung aus Wasserkraft ein besonders Gewicht verleiht. Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Sicherheit. Bis die Stromerzeugung im Bundesgebiet nahezu treibhausgasneutral ist, sollen die erneuerbaren Energien als vorrangiger Belang in die jeweils durchzuführenden Schutzgüterabwägungen z.B. in Genehmigungs- und Wiederbewilligungsverfahren eingebracht werden. Ziel dieses Gesetzes ist insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes die Transformation zu einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung, die vollständig auf erneuerbaren Energien beruht.

2) Zudem wird die Vergütung für kleine Wasserkraftanlagen bis 500 Kilowatt installierter Leistung beibehalten. Das Ansinnen nur noch Wasserkraftanlagen ab 501 kW installierter Leistung durch das Gesetz zu fördern, wurde ersatzlos gestrichen. Somit kehrt der Förderrahmen für die Wasserkraft zur geltenden Rechtslage zurück und die kleine Wasserkraft ist zu den bekannten Rahmenbedingungen des EEG 2021 auch weiterhin im EEG 2023 enthalten. So können künftig kleine Wasserkraftanlagen technisch und ökologisch modernisiert und ertüchtigt werden. Auch der Neubau an bereits bestehenden Querbauwerken ist wieder möglich. Hierbei sind weiterhin alle wasserrechtlich notwendigen ökologischen Maßnahme einzuhalten.

3) Auch die geplante Verbindung mit dem Wasserhaushaltsgesetz, die vielfach als bürokratische Doppelauflage kritisiert wurde, finden sich nicht mehr in den aktuellen Beschlüssen. Zudem kann künftig unter entsprechenden Rahmenbedingungen auch nicht mehr die Förderung eingestellt werden, was dieses Passus ebenfalls vorgesehen hätte.

Dieser Wehrmutstropfen bleibt im EEG 2023: Die jährliche Degression wird fortgeschrieben, somit werden sich die anzulegenden Werte weiterhin jährlich um – 0,5 % reduzieren. Auch die notwendigen Empfehlungen zur Vergütung aus dem EEG-Erfahrungsbericht fließen nicht in das Gesetz ein.

Ein herzliches Dankeschön: Allen Mitgliedern, die sich tatkräftig für unsere gemeinsamen Belange eingesetzt haben, gilt ein herzliches Dankeschön. Besonders bei jenen, die beim Tag der offenen Tür mitgewirkt, Presseinterviews gegeben und Ihre Abgeordneten angeschrieben haben, möchten wir uns bedanken.

Auch allen befreundeten Verbänden und Befürwortern und nicht zuletzt allen guten politischen Kräften aus der Staatsregierung in Bayern und der Bundesregierung in Berlin gilt unser ganz persönlicher Dank für die tatkräftige Unterstützung! Ohne das vielfache Zusammenwirken über ein weit verzweigtes Netzwerk wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen, der tausenden Wasserkraftwerksbetreibern in Deutschland und Bayern weiterhin eine Zukunftsperspektive bietet.