Kategorie-Archiv: Aktuelles

Gruppenschulung zur Einführung eines Alternativen Systems gemäß SpaEfV für den Stromsteuerspitzenausgleich und EEG

Der Bayerische Müllerbund veranstaltet am 26. Mai 2015 von 14 bis ca. 18 Uhr eine Gruppenschulung zur vereinfachten Umsetzung eines Alternativen Systems gemäß SpaEfV, wozu wir Sie herzlich einladen möchten.

Der Workshop findet im Hotel Fuchsbräu, Hauptstraße 23, 92339 Beilngries statt;

Die Tagungskostenpauschale beträgt 50 Euro.

Ziel der Veranstaltung ist es Ihnen eine praxisgerechte Anleitung zur abschließenden Einführung von Alternativen Systemen gemäß SpaEfV zu geben und anstehende Fragen und die notwendigen Maßnahmen lösungsorientiert zu erklären und gemeinsam zu erarbeiten.

T a g e s o r d n u n g
1) Begrüßung und Themeneinführung
2) Rückblick und Erfahrungsaustausch auf die Zertifizierung in 2014
3) Praktische Umsetzung und Einführung der Stufe 3 der SpaEfV im Betrieb
4) Gemeinsame Diskussion und Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zur Stufe 3 der SpaEfV
(Ermittlung von Einsparpotenzialen, kaufmännische Bewertung)

Die Leitung und Durchführung des Seminars liegt bei Herrn Dipl. Ing. Peter Hirschmann. Es werden auch Vertreter der  Zertifizierungsstelle QAL anwesend sein.
Wir können allen Führungskräften in den betroffenen Betrieben nur raten, zahlreich an dieser Gruppenschulung teilzunehmen. Zur

Anmeldung bitte über die Geschäftstelle unter Tel.: 089 – 281155.

 

IHM 2015 war wieder ein großer Erfolg!

Der Bayerische Müllerbund war in diesem Jahr bereits zum dritten Mal auf der Internationalen Handwerksmesse in München vertreten. Wie auch schon im vergangenen Jahr wieder auf größerer Fläche in Halle C3 direkt am Durchgang zu Halle C4 und somit für alle Besucher gut sichtbar. Dort hatte der Bayerische Müllerbund einen eigenen Stand im Rahmen der Sonder- und Aktionsschau „Young Generation“.

Ziel der Sonderschau „Young Generation“, die ausschließlich von Handwerksberufen besetzt war, ist die Nachwuchs-werbung. Jeder Beruf braucht gute, qualifizierte und motivierte Auszu-bildende – so auch die Müllerei.WP_20150311_12_15_51_Pro

Auf einer Fläche von etwa 30 Quadratmeter hatte der Bayerische Müllerbund somit eine Woche lang wieder die Möglichkeit, aktiv auf Kinder und Jugendliche im Berufsfindungsalter zuzugehen und diese auf den interessanten Beruf des Müllers bzw. der Müllerin aufmerksam zu machen und darüber zu informieren. Die Jugendlichen konnten dabei an einer Berufe-Ralley teilnehmen, indem Sie typische Tätigkeiten verschiedener Handwerksberufe ausprobierten. Für jede ausgeübte Tätigkeit wurden die Jugendlichen mit Punkten belohnt und konnten damit stündlich an der Verlosung eines I-Pods teilnehmen.

Aufgrund des guten Anklangs in den beiden vergangenen Jahren bestanden die Aufgaben am Stand des Bayerischen Müllerbundes darin, die Feuchte von Weizen und Roggen zu bestimmen, was bei den Jugendlichen auf großes Interesse stieß. Der „Renner“ am Stand des Bayerischen Müllerbundes waren allerdings wieder die Aufgaben „Mahlen und Sieben“. Hierzu durften die Schüler mit der „Labormühle“ des Bayerischen Müllerbundes Weizen vermahlen. Das Ermahlene wurde dann in einem „Modell-Plansichter“, der aus 5 unterschiedlichen Siebgrößen bestand gesiebt. Mit Staunen bemerkten die Jugendlichen dabei, wie viele unterschiedliche Passagen bei der Herstellung von Mehl entstehen, wobei alles seine Verwendung findet, was viele faszinierte. Dass diese Aufgabe den Jugendlichen Spaß gemacht hat, konnte jeder Messebesucher einfach erkennen, denn es bildete sich oft eine lange Warte-schlange vor der Labormühle.WP_20150315_11_31_09_Pro

Neben den einzelnen „Stationen“ wurde am Stand des Bayerischen Müllerbundes zudem wieder ein Film über die Müllerei und die Ausbildung zum Müller bzw. zur Müllerin gezeigt. Zum ersten Mal hatte der Bayerische Müllerbund in diesem Jahr einen Touch-Bildschirm, auf dem eine Mühle virtuell dargestellt wurde. Hier wurde den Jugendlichen aber auch den anderen Messebesuchern jeder Schritt, der zur Getreidevermahlung wichtig ist, erklärt. Durch Berühren einzelner Punkte auf dem Bildschirm spielten kurze Filmsequenzen ab, die zum Beispiel die Getreideannahme, die Reinigung oder aber auch das „Sieben“ im Plansichter erklärten. Auch hier war der Anklang sehr gut.

Ausstellungsgläser mit den bekanntesten Mühlenprodukten rundeten den ansprechenden Stand des Bayerischen Müllerbundes ab. Engagiertes Standpersonal siebte und mahlte mit den Schülerinnen und Schülern eine Woche lang, klärte die vielen interessanten Fragen rund um die Müllerei und brachte auch Licht ins Dunkel bei so manchen „Mehltypen-Fragen“ von interessierten Verbrauchern. Wie auch in den letzten Jahren, kamen die Broschüren und die Plakate des Bayerischen Müllerbundes bei den Verbrauchern sehr gut an.

Als kurzes Resümee lässt IMG_9717sich sagen, dass der Messeauftritt des Bayerischen Müllerbundes auf der Internationalen Handwerksmesse 2015 wie bereits in den letzten beiden Jahren wieder ein großer Erfolg war. Vielen Jugendlichen konnte dabei die Müllerei näher gebracht werden, angehende Auszubildende konnten für den Beruf des Müllers interessiert werden und viele Messebesucher konnten darüber aufgeklärt werden, was ein Müller ist und was dieser macht oder dieses Wissen zumindest wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Somit konnten wir in vielen Fällen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass das Wissen darüber, woher das Mehl kommt, wer es herstellt und was es für eine Anstrengung ist, aus dem Rohstoff Getreide das Grundnahrungsmittel Nummer Eins, das Mehl, in bester Qualität herzustellen, wieder ins Gedächtnis gerufen wurde.
Der Bayerische Müllerbund möchte sich hier auch noch einmal herzlich bei allen Müllerinnen und Müllern bedanken, die einen Tag lang den Stand des Bayerischen Müllerbundes betreut haben, denn ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Ein herzlicher Dank gilt:

– Herrn Wolfang Balk von der Vilstalmühle
– Herrn Marcel Kollischan von der Minderleinsmühle
– Frau Annelie Wagenstaller von der Wagenstaller Naturkostmühle
– Herrn Ralph Hillebrecht, Mühlenbauer
– Herrn Hans Ziegler von VAS-Software
– Herrn Mario Bauer von Ing. Kastenmüller
– Frau Johanna Rampl

sowie der gesamten Geschäftsstelle, für die tatkräftige Unterstützung und den Einsatz im Rahmen der Standbetreuung auch am Wochenende.

Erbschaftsteuergesetz muss neu geregelt werden

Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil Mitte Dezember 2014 entschieden, dass die bestehenden Regelungen zur Verschonung des Betriebsvermögens grundsätzlich zwar geboten, aber in der derzeitigen Ausgestaltung verfassungswidrig sind. Die Vorschriften sind zunächst weiter anwendbar, der Gesetzgeber muss aber bis 30. Juni 2016 eine Neuregelung treffen.

Die bisherigen Privilegien bei der erbschaftsteuerlichen Begünstigung von Betriebsvermögen verstoßen in Teilen gegen das Grundgesetz und sind in der derzeitigen Ausgestaltung nicht mit der Verfassung vereinbar. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat mit Urteil „1 BvL 21/12″ einige Paragraphen des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) für
verfassungswidrig erklärt. Die generelle Begünstigung von land- und forstwirtschaftlichem Vermögen wurde jedoch für verfassungsgemäß erklärt. Mit dem Urteil wurden zwar Änderungen der Erbschaftsbesteuerung angemahnt, diese
wurde jedoch nicht gänzlich verworfen.

Im Einzelnen bedeutete dies, dass es zwar im Entscheidungsspielraum des Gesetzgebers liegt, kleine und mittlere Unternehmen, die in personaler Verantwortung geführt werden, zur Sicherung ihres Bestands und zur Erhaltung der Arbeitsplätze steuerlich zu begünstigen, die Privilegierung betrieblichen Vermögens ist jedoch unverhältnismäßig, soweit sie über den Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen hinausgreift, ohne eine Bedürfnisprüfung vorzusehen. Ebenfalls unverhältnismäßig ist die Freistellung von Betrieben mit bis zu 20
Beschäftigten von der Einhaltung einer Mindestlohnsumme und die Verschonung betrieblichen Vermögens mit einem Verwaltungsvermögensanteil bis zu 50 %. Die Paragraphen 13a und 13b des Erbschaftsteuergesetzes sind auch insoweit
verfassungswidrig, als sie Gestaltungen zulassen, die zu nicht zu
rechtfertigenden Ungleichbehandlungen führen. Die genannten Verfassungsverstöße haben zur Folge, dass die vorgelegten Regelungen insgesamt mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar sind. Die Entscheidung ist im Ergebnis und in der Begründung einstimmig ergangen.

Im Rahmen des anstehenden Gesetzesvorhabens zur Neuregelung der Erbschaftssteuer wird sich der Bayerische Müllerbund weiterhin für eine Regelung einsetzen, die die notwendige Verschonung von Betriebsvermögen bei der Unternehmensnachfolge beinhaltet. Derzeit streiten die Koalitionsparteien über die Höhe der Vermögensfreibeträge, die die CSU bei 100 Mio. Unternehmenswert und die CDU bei 20 Mio. Unternehmenswert festschreiben möchte. Wie das Bundesverfassungsgericht selbst ausführt, ist es verfassungsrechtlich legitim, produktives Vermögen insbesondere von Familienunternehmen steuerlich zu begünstigen, um den Bestand des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze nicht durch steuerbedingte Liquiditätsprobleme zu gefährden.

Auch der Bayerische Handwerkstag, dem der Bayerische Müllerbund angehört, setzt sich für Familienunternehmen vehement ein. Der Bayerische Handwerkstag betonte zur Änderung des Erbschaftsteuergesetzes, daß die Unternehmensnachfolge und der Bestand der Handwerksbetriebe durch die Belastung mit Erbschaftsteuer nicht gefährdet werden darf. Im bayerischen Handwerk stehen in den nächsten Jahren weit über 30.000 Unternehmen zur Übergabe an. Familienunternehmen zeichnen sich durch eine nachhaltige Unternehmenspolitik aus, auf deren Grundlage sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Deshalb müssen bei der Neuregelung der Erbschaftsteuer die aufgezeigten Spielräume so genutzt werden, daß der Erhalt der Handwerksbetriebe gesichert ist.

Zu begrüßen ist allerdings weiterhin, dass Familienunternehmen bei der Erbschaftssteuer Ausnahmeregelungen genießen sollen. Hier ist es aber vor allem wichtig, dass Klein- und mittelständischen Betrieben entgegengekommen wird, findet der Bayerische Müllerbund.

Wir werden Sie zu diesem Thema weiter auf dem Laufenden halten.

Brotkultur im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

Die Deutsche Brotkultur ist am 12. Dezember 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen worden. Damit ist die erste Hürde zur Aufnahme in das internationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO genommen. Nach Aussage des Expertenkomitees würdigt der Antrag des Zentralverbandes in besonderer Weise die lebendige soziale und symbolische Praxis der Deutschen Brotkultur, die von dem vielfältigen Wissen der Bäcker geprägt sei.

Dorfner-Mühle ist bester Ausbildungsbetrieb 2014

Jedes Jahr verleiht der Bayerische Müllerbund e.V. die hohe Auszeichnung „Bester Ausbildungsbetrieb“. In diesem Jahr geht dieser Titel wohlverdient an die Dorfner-Mühle in Wolferszell. Herr Wolfgang und Frau Susanne Dorfner haben bei der Ausbildung von Florian Haage herausragende Arbeit geleistet. Florian Haage schloss seine Gesellenprüfung als Müller als bester in seinem Jahrgang in Bayern ab. Der Bayerische Müllerbund gratuliert Herrn Haage recht herzlich zu seiner erfolgreichen Leistung.

Der Bayerische Müllerbund legt viel Wert auf gute Ausbildung und fördert deshalb die Ausbildung in den Standorten Stuttgart, Braunschweig und Gifhorn insgesamt mit mehreren tausend Euro pro Jahr. Denn nur wer eine erstklassige und fundierte Ausbildung erhält, kann auch den wichtigen und vielseitigen Beruf des Müllers, der das Mehl, den Rohstoff für unser Grundnahrungsmittel Nummer Eins herstellt, gewissenhaft und gut ausführen. Deshalb ehrt der Bayerische Müllerbund jedes Jahr jene bayerische Mühle, die den Lehrling mit der besten Gesellenprüfung im Müllerhandwerk hervorbringt.

Bereits seit dem Jahr 2006 wird jedes Jahr der beste Ausbildungsbetrieb in der bayerischen Mühlenwirtschaft gekürt. Ziel ist es, die Ausbildungswilligkeit der Betriebe zu steigern und die Ausbildungsqualität in den einzelnen Betrieben weiter zu verbessern. Gerade in Handwerksberufen, wie dem des Müllers, ist es enorm wichtig, dass der Ausbilder dem Lehrling sein Wissen vermittelt, denn jeder Auszubildende ist neben seinem Engagement und Fleiß nur so gut wie sein Lehrmeister.

Der Bayerische Müllerbund kann Ihnen nur raten, Lehrlinge auszubilden, damit der Beruf Müller auch in Zukunft bestmöglich besetzt ist. Das Ausbildungsprogramm „Fit for work“ gewährt auch dieses Jahr wieder interessante Ausbildungszuschüsse. (siehe Rdschr. Nr. 19, Art. 181)

Weiter so! „Glück-Zu“ wünscht das Team des Bayerischen Müllerbundes!

Freuten sich über die Auszeichnung durch den Präsidenten des Bayerischen Müllerbundes, Ludwig Kraus, und den Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes Dr.  Josef Rampl     (mittig) Susanne Dorfner und Wolfgang Dorfner (rechts): Schulleiter Dr. Andreas Baitinger und bester Auszubildender Florian Haage
Freuten sich über die Auszeichnung durch den Präsidenten des Bayerischen Müllerbundes, Ludwig Kraus, und den Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes Dr. Josef Rampl
(mittig) Susanne Dorfner und Wolfgang Dorfner
(rechts): Schulleiter Dr. Andreas Baitinger und bester Auszubildender Florian Haage

39. Müllereifachtagung in Volkach am Main ein voller Erfolg

Immer Ende Oktober wenn es in Volkach am Main kein freies Hotelzimmer mehr gibt und die Straßen und Gassen voller als sonst sind, ist es wieder soweit: Müller von überall her sind zur Müllerei-Fachtagung für Getreide, Qualitätsbeurteilung, Technologie und Wirtschaft ins unterfränkische Volkach am Main gekommen. In diesem Jahr fand die Herbstfachtagung vom 23. bis 25. Oktober 2014 bereits zum 39. Mal statt, wozu der Bayerische Müllerbund, der Organisator der Tagung ist, seine Mitglieder und alle Interessierten aus der gesamten Agrar- und Ernährungsbranche eingeladen hatte.

39. Müllereifachtagung 01

Dass die jährliche Tagung immer beliebter wird und in der Branche bereits zum Pflichttermin gehört, zeigte der noch nie dagewesene Besucherandrang in diesem Jahr. Mit über 250 Teilnehmern aus der Agrar- und Ernährungsbranche konnte der Bayerische Müllerbund in diesem Jahr einen absoluten Besucherrekord verzeichnen. „Der Saal im Volkacher Pfarrheim war noch nie so gut gefüllt, und dies vom ersten Vortrag am Donnerstagnachmittag bis zum letzten Vortrag am Samstagmittag“ so die Aussage der anwesenden Vorstände des Bayerischen Müllerbundes.

39. Müllereifachtagung 02

Auch viele junge Studierende und Meisterschüler der Hoppenlauschule in Stuttgart und der Deutschen Müllerschule in Braunschweig konnte der Bayerische Müllerbund wieder in Volkach begrüßen. Aber nicht nur der Vortragssaal war gut gefüllt, auch die Anzahl der Aussteller war noch nie so groß. Die Müllereifachtagung in Volkach bietet nicht nur ein großes Angebot an interessanten und hochaktuellen Vorträgen für die Branche, sondern beherbergt auch eine Vielzahl renommierter Fachaussteller.

Auch aus dem angrenzenden Ausland, wie Österreich, Schweiz, Italien und auch Slowenien kommen die Gäste mittlerweile regelmäßig. Das zeigt, dass die Tagung des Bayerischen Müllerbundes auch bei unseren Nachbarn ein immer höheres Ansehen bekommt. Der Weg nach Volkach ist niemandem zu weit.

Bereits von Beginn der Tagung, am Donnerstagnachmittag gab es im Vortragssaal keinen freien Platz mehr und bereits eine Vielzahl der Besucher nahmen einen Stehplatz in Kauf, um die interessanten Vorträge hören zu können. Wie in jedem Jahr eröffnete der Präsident des Bayerischen Müllerbundes, Ludwig Kraus, die Tagung und moderierte den ersten The-

menblock „Getreidewertschöpfungskette“. Wie bereits in den Jahren zuvor war das Interesse an diesem Themenblock sehr groß. Die Müllerinnen und Müller wissen, dass die Getreidemärkte sich grundlegend verändert haben und nicht mehr planbar sind und es deshalb immer wichtiger wird, sich darüber zu informieren. Im ersten Vortrag schilderte Dr. Josef Bosch vom Bayerischen Bauernverband die Problemfelder im Brotweizenanbau aus Sicht der Landwirte. Danach ging Bernd Chilla von der Vitol Deutschland GmbH in Hamburg in seinem Referat auf die Internationalen Getreide-märkte 2014/15 ein. Herr Robert Leidenberger von Marschall in Schwaig beleuchtete sodann die quantitative und qualitative Versorgungslage der Mühlen anhand der Entwicklung des deutschen Getreide-marktes. Nach einer kurzen Kaffeepause wurde die Frage beantwortet, wie Bäcker dem veränderten Backwarenmarkt entgegentreten. Herr Georg Zahnen aus Kyllburg erläuterte die spannende Frage, die sich bei Mehrgenerationen-Familien-Unternehmen oft stellt: Wer geht vor, die Firma oder die Familie? Zum Abschluss der Vortragsreihe am Donnerstag gab Herr Wolfgang Görg, Wirtschafts-prüfer und Steuerberater aus München einen Einblick in das EEG 2014 und dessen Auswirkungen auf die Müllerei und Wasserkraft.

Wie jedes Jahr fand am Abend des ersten Tagungstages ein zwangloser Müllerstammtisch in ausgewählten Lokalen in der Volkacher Altstadt statt. Bei gutem fränkischen Essen und guten Weinen nutzten zahlreiche Müllerinnen und Müller die Gelegenheit sich wieder einmal untereinander fachlich und auch privat auszutauschen.

Auch der zweite Veranstaltungstag war trotz des Vorabends von Anbeginn gut besucht. Im ersten Themenblock dieses Tages, der von Dr. Josef Rampl geleitet wurde, ging es um „Hygiene und Energie“. Den Anfang machte hier Oliver Flodmann von Brot gegen Not e.V. in Düsseldorf. Er zeigte in seinem Vortrag zum Teil in sehr humorvoller Art und Weise, was Menschen an anderen Orten der Welt unter Hygiene verstehen. Dr. Anton Hasenböhler aus Niederweningen in der Schweiz referierte danach zum Thema Schädlingsbekämpfung in der Mühle und stellte dabei heraus, dass dies oft nicht leicht ist. Nach einer kurzen Kaffeepause drehte sich alles um das Thema „Energie“. So schilderte Konrad Zitzmann von der Zitzmann-Mühle in Ingersleben wie die Energieeffizienz in Mühlen durch einen Umbau gesteigert werden kann und wie Förderprogramme dabei gut genutzt werden können. Dr. Andreas Baitinger von der Hoppenlau-Schule in Stuttgart, stellte anschließend die Zusatzqualifikation „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ in der Müllerausbildung vor, was von den Tagungsteilnehmern interessiert hinterfragt wurde.

Ludwig Kraus und Dr. Rampl nutzen den „Themenbereich Ausbildung“, um an die Dorfner-Mühle in Wolferszell unter Vertretung von Herrn Wolfgang und Frau Susanne Dorfner die Auszeichnung „Bester Ausbildungsbetrieb 2014“ zu verleihen. Die Dorfner-Mühle hat bei der Ausbildung von Florian Haage herausragende Arbeit geleistet. Florian Haage schloss seine Gesellenprüfung als Müller als bester in seinem Jahrgang in Bayern ab. Der Bayerische Müllerbund gratuliert Herrn Haage und der Dorfnermühle noch einmal recht herzlich zum herausragenden Erfolg.

Vor der Mittagspause motivierte Michael Gutting von der Saalemühle in Alsleben in seinem Vortrag die Müllerinnen und Müller, die kommenden Herausforderungen der Mühlenbranche anzugehen und zu meistern. Nach der Mittagspause stellten sich wie jedes Jahr die Fachfirmen vor.

Am Freitagnachmittag, der von Günter Gunzelmann moderiert wurde, ging es rund um die Getreidequalitäten und Getreidezüchtung. Wie jedes Jahr wurde dabei von Dr. Klaus Münzing vom MRI in Detmold und Dr. Robert Aberham vom Labor Aberham in Großaitingen, die Brotgetreidequalität der deutschen und bayerischen Ernte 2014 vorgestellt.

Vor der Kaffeepause wurde den Teilnehmern am diesjährigen DON-Vorerntemonitoring ihr Teilnahmezertifikat durch Peter Eiblmeier, von der LfL Landesanstalt für Landwirtschaft in Weihenstephan und Dr. Josef Rampl überreicht.

Im zweiten Teil des Freitagnachmittags referierte Frau Prof. Dr. Bärbel Kniel von der biotask in Esslingen über den aktuellen Sachstand zum Thema Mutterkorn und präsentierte die Ergebnisse des Mutterkorn-Monitorings, an dem auch unsere bayerischen Müllerinnen und Müller teilgenommen hatten.

Danach zeigte Dr. Andreas von Felde von KWS Lochow in Bergen wie man mit abwehrstarken Sorten die Risiken bezüglich Mutterkorn für die Wertschöpfungskette reduzieren kann. Jens Begemann, der Nachfolger von Dr. Klaus Münzing am MRI in Detmold betrachtete im Anschluss die Wirkung von Enzymen in der Roggenverarbeitung.

Der letzte Vortrag am Donnerstag wurde von Dr. Hans Michelbach, MdB und Landesvorsitzender der Mittelstandsunion zum Thema „Kalte Progression und Rente mit 63 – Auswirkungen auf den Mittelstand in Deutschland“ gehalten.

Direkt im Anschluss an den letzten Vortrag begaben sich dann alle Tagungsteilnehmer zum Busparkplatz, um wieder gemeinsam zum allseits beliebten Fränkischen Abend zu fahren

Auch am Samstagmorgen war der Vortragssaal trotz einer kurzen Nacht von der ersten Minute an wieder gut gefüllt. Unter der Moderation von Hans Hofmeir drehte sich, wie immer am Samstag, alles um die Müllereitechnik. Es wurde die Planung und Modernisierung einer kombinierten Weizen-/Roggenreinigung vorgestellt. Die Auswirkung und das Ergebnis einer Schalennetzung am B1 von Johann Gfaller wurden genauso interessiert verfolgt wie ein Vortrag über Reinigungsdiagramme zur Erfüllung der heutigen Qualitätsanforderungen von Andreas Kastenmüller. Der Walzenstuhl WS 4B wurde von der MMW Technologie GmbH aus Wittenberg vorgestellt und Herr Christian Rückert aus Landshut wagte einen Blick über den Tellerrand und präsentierte anschaulich das Thema „Spezialvermahlungen“. Den Abschluss der diesjährigen Volkacher Herbstfachtagung machte Herr Paul Bruckmann aus Lonnerstadt zusammen mit Herrn Tobias Gerstmeyr von der Brückmühle in Nähermemmingen mit der Vorstellung des Um- bzw. Neubaus der Mühle mit technischer und qualitativer Ergebnisverbesserung des Mahlvorgangs.

Der Präsident des Bayerischen Müllerbundes, Ludwig Kraus, dankte in seinem Schlusswort allen Müllerinnen und Müllern für Ihr Kommen und das mitgebrachte Interesse und stellte nochmals die Wichtigkeit der Volkacher Müllereifachtagung als Treffpunkt und Diskussionsplattform für die gesamte Mühlenbranche in den Vordergrund. Abschließend bat er die Teilnehmer auch in Zukunft diese informative Plattform für die Branche zu nutzen, um sich untereinander fachlich auszutauschen und miteinander zu diskutieren, um den eigenen Horizont zu erweitern.

Vorträge können als Video bezogen werden:

Wie bereits im letzten Jahr, wurde die Veranstaltung auch heuer wieder gefilmt. Alle Vorträge sind kostenlos in der Geschäftsstelle zum nochmaligen Anschauen zu beziehen.

Nachfolgend senden wir Ihnen schon einmal einen Link, der Sie zu einem schönen Kurzfilm mit zahlreichen Impressionen von der Volkacher Müllereifachtagung 2014 führt:

https://www.dropbox.com/s/wq5lruu1yehf35j/Impressionen_Neu.mp4?dl=0

Fundsache:

Bei der Tagung wurde ein kleiner gelber Karton liegen gelassen. In dem Karton war eine CD-Rom sowie technisches Equipment für ein Handy. Falls Sie diesen Karton vermissen, können Sie sich in der Geschäftsstelle des Bayerischen Müllerbundes unter Tel.: 089 – 281155, Fax.: 089 – 281104 oder per E-Mail: kontakt@muellerbund.de, melden.

Eindrücke aus Volkach

Nachfolgend finden Sie einen Film mit verschiedenen Impressionen und Eindrücken aus Volkach.
Haben Sie herzlichen Dank für Ihren zahlreichen Besuch.

 

Gemeinsam gegen Mutterkorn

Gemeinsam gegen Mutterkorn - Mühle„Gemeinsam gegen Mutterkorn“, so lautet das Ziel, das sich der Bayerische Müllerbund zusammen mit dem Genossenschaftsverband Bayern, dem Landhandelsverband Bayern, dem Bayerischen Bauernverband, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der BayWa gesetzt haben.

Deshalb wurden für die gesamte Wertschöpfungskette „Informationsblätter“ im DIN A 5 – Format erstellt. Die entsprechenden Punkte, die von den einzelnen Wertschöpfungsstufen (Müller, Landwirt, Handel) explizit eingehalten werden sollten, um Mutterkorn zu vermeiden oder zu beseitigen, sind übersichtlich und gut verständlich dargestellt. Auf der Rückseite wird zudem kurz und prägnant erklärt, was Mutterkorn ist und wie es entsteht.

Gemeinsam gegen Mutterkorn - HandelGrundlage für die „Regeln“ waren hierbei die „Handlungsempfehlungen zur Minimierung von Mutterkorn in Getreide“, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Max-Rubner-Institut (MRI) in Zusammenarbeit mit allen Partnern der Wertschöpfungskette, wie auch dem Bayerischen Müllerbund, erstellt wurden.

Sie als Müllerin und Müller sollen nun zum einen das Informationsblatt „Gemeinsam gegen Mutterkorn – Handlungsempfehlung für Mühlen“ selbst verinnerlichen und anwenden und zum anderen entsprechendes Informationsblatt für die Landwirtschaft Ihren Landwirten spätestens bei der Getreideanlieferung aushändigen. Auch Ihre Händler sollten Sie unbedingt mit entsprechenden „Handlungsempfehlungen für den Handel“ ausstatten. Gleichzeitig werden alle oben genannten Partner, die bei der Entstehung der Informationsblätter mitgeholfen haben, deren Branchenpartnern entsprechende Informationsblätter aushändigen.

Gemeinsam gegen Mutterkorn - LandwirtDie Anwendung und Verbreitung des Informationsblattes wird dazu beitragen, den Gehalt an Mutterkornalkaloiden in Getreide und Mehl über die ganze Getreidewertschöpfungskette hinweg zu reduzieren. Denn wenn jene Maßnahmen richtig durchgeführt werden, die Landwirte und Handel gegen eine Mutterkornbelastung ergreifen können, werden übermäßige Mutterkorngehalte bereits vorab vermieden, oder gereinigt sowie in andere Warenströme gelenkt.

Im Anhang des letzten Rundschreibens finden Sie jeweils drei Exemplare des Informationsblattes für die Mühlen, den Landwirt und den Handel. Weitere Exemplare senden wir Ihnen auf Anfrage gerne kostenlos zu. Zudem legen wir Ihnen ein Informationsplakat für den Landwirt bei, das Sie bitte für ihn gut sichtbar an der Annahmegosse oder im Büro anbringen. Auch die umfangreichen und ausführlichen Handlungsempfehlungen übermitteln wir Ihnen bei Bedarf gerne. Hierzu bitte einfach in der Geschäftsstelle in München unter Tel.: 089 – 281155, Fax.: 089 – 281104, E-Mail: kontakt@muellerbund.de melden. Die Flyer und das Plakat werden über den PR-Cent finanziert.

Kraftstoffproduktion aus Mühlennebenprodukten wirtschaftlich

Neuartige, umweltfreundliche Umwandlung in hochwertige Produkte
Das Forschungsprojekt „Gewinnung von Biobutanol als Energieträger und Plattformchemikalie aus Mühlennebenprodukten“ endet vielversprechend: Die Projektpartner Lehrstuhl für Mikrobiologie der Technischen Universität München, Fritzmeier Umwelttechnik und der Bayerische Müllerbund zeigten, dass es wirtschaftlich rentabel ist, die in Mühlen anfallenden Nebenprodukte biotechnologisch in Biobutanol umzuwandeln. Butanol kann Kraftstoffen zugesetzt werden und besitzt im Vergleich zu Ethanol eine höhere Energiedichte. Ob als Lösungsmittel in Lacken, Farben und Reinigungsmitteln oder als Ausgangsmaterial für weitere Produkte in der Chemieindustrie, Butanol ist vielfältig einsetzbar. Aufgrund der positiven Ergebnisse sollen in einem deutlich größeren Folgeprojekt die vorhandenen Resultate weiter untersucht und umgesetzt werden. Als Koordinator begleitete die IBB Netzwerk GmbH das Projekt und wird beim Folgeprojekt ebenfalls die Koordination und das administrative Management übernehmen.

Untersuchungen des Forschungsverbundes ergaben, dass Weizennachmehl oder Kleie als Mühlennebenprodukte in ausreichenden Mengen anfallen und daher für eine Veredelung, wie die Umwandlung in Biobutanol, prinzipiell in Frage kommen. Die Partner zeigten außerdem, dass die bakterielle Vergärung der Reststoffe eine überdurchschnittlich gute Ausbeute an Butanol erzielt. Im Folgeprojekt im technischen Maßstab werden sogar noch höhere Butanolausbeuten und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit erwartet.

Die Umwandlung in Biobutanol könnte künftig für die Mühlenbetreiber ein neuartiger und umweltschonender Verwertungsweg eines Abfallproduktes sein. In Bayern vermahlen rund 150 Mühlen jährlich circa 1,3 Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Die dabei entstehenden Mühlennebenprodukte machen etwa 20 Prozent der vermahlenen Getreidemenge aus. Derzeit werden die Nebenprodukte hauptsächlich verfüttert, das Angebot übersteigt die Nachfrage jedoch deutlich.

Über das Projekt „Gewinnung von Biobutanol als Energieträger und Plattformchemikalie aus Mühlennebenprodukten“
Mühlennebenprodukte sind ein fester Bestandteil des Mahlprozesses. Mit einer sehr hohen Dichte an Mühlen fallen in Bayern überdurchschnittlich große Menge an Nebenprodukten an, die im Ländervergleich aufgrund des großen Angebotes unter Wert verkauft werden müssen. Im Projekt wurde untersucht, ob Mühlennebenprodukte als Ausgangssubstrate zur Erzeugung von Biobutanol verwendet werden können. Potentiell geeignete Bakterienstämme wurden ausgewählt und die Substratvorbehandlung sowie die Produktionsbedingungen im Labormaßstab optimiert. Modellfermentationen erlaubten eine Abschätzung der Produktivität. Ziel der durchgeführten Versuche war neben der grundsätzlichen Machbarkeitsuntersuchung zusätzlich auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Das Projekt startete am 1.3.2013 und wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.